Mex’s Blog


US Rettungspaket in Sekunden
28. September 2008, 23:38
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Barry Ritholtz vom Blog „The Big Picture“ macht einen interessanten Vergleich. Er setzt jeden US-Dollar einer Sekunde gleich und rechnet dann aus, wie gross das Rettungspaket in Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunterten ausgedrückt ist: über 300 Jahrhunderte!!! (genauer: 31’709 Jahre)

Würde man also jede Sekunde einen US-Dollar zurückzahlen, wäre man (ohne Zinsen!) noch in 30’000 Jahren beschäftigt…

Nachzulesen und nachzurechnen hier.

Ach ja: Aktuelle Höhe der US-Schulden: USD 11.3 trillion (=Billionen für uns Schweizer)



Stört meine Kreise nicht!
28. September 2008, 13:38
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Fulvio Pelli, Präsident der FDP macht deutlich, unter welchen Umständen die SVP wieder in die Regierung zurück kommen dürfe:

«Kommt die SVP mit einem unwählbaren Kandidaten, heisst das, dass sie nicht in den Bundesrat will.»
«Die SVP muss verlässlich erklären, dass sie Regierungsverantwortung übernehmen will und nicht Opposition betreibt»
Quelle: NZZ

Exponenten von anderen Parteien, allen voran der Walliser der CVP, schieben weitere Auflagen nach. Was heisst das nun konkret?

Die SVP darf nicht mehr politisieren, wie es ihr gefällt. Sie hat die Positionen der anderen Parteien zu übernehmen. Eine andere Meinung ist in der Regierung nicht gefragt.

Nur als ”kastrierte SVP“ hat sie Chancen, sich mit einer schwachen Figur wieder in den Bundesrat einbinden zu lassen.

Will die SVP das und wird sie auf diesen Kuhhandel eingehen? Wohl kaum. Sie wird genüsslich jede Niederlage mit einem Christoph Blocher wegstecken. Jede Niederlage ist insgeheim ein Sieg für die Partei. An den nächsten Wahlen tritt sie mit dem Slogen „Blocher in den Bundesrat – wählt SVP“ auf und gewinnt einmal mehr Wähler hinzu.

Der Verlockungen eines Bundesratssitzes sollte sie nicht nachgeben – Kurs halten!



Populisten
28. September 2008, 13:01
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Heute finden in verschiedenen Gebieten in unserer Nähe Wahlen statt: Oesterreich, Bayern aber auch in der Schweiz. Was mir vorhin im Radio aufgefallen ist: Man spricht von „Oskar Lafontaine“ und vom „Rechtspopulisten Haider“. Populismus hat bekanntlich einen negativen Beigeschmack. Also schnell nachgesehen, was man darunter versteht. Wikipedia meint:

Populismus (v. lat.: populus = Volk) bezeichnet eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend außer acht gelassen werden. Populistische Bewegungen entstehen in Phasen raschen gesellschaftlichen Wandels und sind häufig an eine charismatische Persönlichkeit gebunden. […]

Daneben definieren einige Politikwissenschaftler Populismus nicht als eine Form der Politik, die mit unrealistischen, aber populären Versprechungen versucht, kurzfristig ein Maximum an Wählerstimmen zu mobilisieren, da diese eher als Opportunismus zu definieren sei. Ebenso wenig habe Populismus mit dem Wunsch nach kurzfristiger Popularität zu tun, sondern sei vielmehr von dem Wunsch geprägt, dauerhaft eine bestimmte Konfliktlinie im politischen Feld zu etablieren. […]

Zielgruppe des Populismus sind in der Regel soziale Schichten und gesellschaftliche Gruppen, die sich durch die bestehende gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung oder ihre Entwicklung benachteiligt sehen.

OK, und warum ist nun Oskar Lafontaine kein „Links-Populist“? Oder wieso misst unser Staatsradio nicht mit den selben Ellen?



Gedanken zur Steuerlast in D
27. September 2008, 19:36
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Lesenswerter Beitrag von Robert Basic zur  Steuerlast in D. Da sage ich einmal mehr: Willkommen Deutsche in der Schweiz! Hier geht es euch (noch nicht?) so steuerlich an den Kragen wie im Sozialstaat Deutschland.



Schlappes Handy
26. September 2008, 22:08
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Obschon im vergangenen Herbst die SVP als Siegerin aus den Wahlen in der Schweiz hervorgegangen ist, hat im Parlament ein Linksrutsch stattgefunden. Heute gab es dafür einen weiteren Beweis: Der Nationalrat hat ein Pornoverbot für Handys beschlossen…

Die Motion wurde trotz der erneuten Empfehlung des Bundesrates auf Ablehnung ebenfalls, mit 117 Stimmen zu 44 Stimmen angenommen, muss aber noch vor den Ständerat. Die Regierung muss nun, zumindest was das Pornoverbot für Handys betrifft, entsprechende neue Gesetzesbestimmungen ausarbeiten. Wie ein besserer Jugendschutz durchgesetzt werden soll, ohne dass es zu einem de-facto-Totalverbot von Pornografie auf Schweizer Handys kommt, erscheint derzeit noch unklar. Für nähere Auskünfte dazu standen derzeit weder die Administration der Schweizerischen Eidgenossenschaft noch der Interessenverband für die Regelung der Mehrwertdienste (SAVASS), der sich gegen neue gesetzliche Regelungen wendet, zur Verfügung.

Quelle: heise.de

Das nimmt mich ja wunder, wie dies machbar sein soll!? Das Parlament ist ganz weit von der Realität entfernt. Besonders wenn es um solch delikate Themen wie Sex und Porno (wird nun mein Posting zensiert?) geht, findet sich immer ein Weg, diese Verbote zu umgehen…

*Kopfschüttel*



Krankes System
26. September 2008, 21:54
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Die Schweizer Linke versucht immer wieder die AHV in die schwarzen Zahlen zu schreien. Dabei würde das Sozialsystem schon lange nicht mehr funktionieren, wenn nicht der Bund jährlich über CHF 9 Mia. einschiessen würde. Schaut doch selbst hier.

Während die Einnahmen seit 2003 jährlich um 2.15% gestiegen sind, sind die Ausgaben jährlich 2.66% gestiegen. Die beiden Beträge nähern sich immer schneller an. Der Bund muss immer mehr einschiessen, damit einigermassen ein ausgeglichenes Resultat herauskommt. Gleichzeitig ist die Anzahl Bezüger jährlich 2.68% gestiegen. 1.815 Mio. Bezüger sind es 2008 – also rund 25% der Bevölkerung, Tendenz steigend..



money that might kill one day
26. September 2008, 21:14
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Fast schon bin ich versucht meinen Eintrag mit „Endlich“ einzuleiten. Das Thema „Krieg“, „Armee“ ist nicht nur in der Schweiz ein Thema. Gemäss Google Trends wird zwar immer weniger nach Stichworten wie „military“ gesucht, doch die öffentliche Wahrnehmung hat selten noch mit der Wahrheit übereingestimmt.

Während man hier sich über die grundsätzliche Ausrichtung der Armee streitet und wichtige Rüstungsvorhaben bremst, rüstet die Welt weiter kräftig auf:

Wenn unsere Parla-menta-rier (Gerede mit Grips?) weiterhin die Augen vor den grossen Veränderungen verschliessen, haben sie bald nichts mehr zu verteilen. Ach ja, „verteilen“. Hier ein Pie-Chart über die Verteilung der US-Ausgaben:

Nur zur Info: Diese 43% entsprechen 48% der globalen Ausgaben für Rüstungsgüter und Verteidigung!!! Seit 2002 haben sich diese Ausgaben von USD 350 Mia. auf USD 700 Mia verdoppelt…



Ein Todesfall kostet
21. September 2008, 18:22
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Zusammenstellung der anfallenden Kosten bei einem Todesfall (Musterbeispiel mit echten Rechnungsbeträgen):

Orientierung der Verwandten:

  • Telefonkosten: CHF 100 (pauschal)
  • Briefmarken für Versand Todesanzeigen: CHF 265
  • Druck Todesanzeigen (200 Stk): CHF 500
  • Todesanzeige in Regionalzeitung: CHF 1’072

Grab:

  • Holzurne: CHF 160
  • Bestattungsdienst: CHF 3’084
  • Grabschmuck: CHF 126
  • Rückerstattung Gemeinde für Bestattungskosten: CHF – 1’000
  • Grabstein: CHF 4’500

Beerdigung

  • Mitgestalter der Feier: CHF 300
  • Leidmahl für rund 100 Personen: CHF 7’805 + CHF 639

Administration:

  • Ausstellung Totenschein durch Arzt: CHF 159
  • Ausstellung Familienschein: CHF 52
  • Ausstellung Todesurkunde: CHF 27
  • Testamentseröffnung: CHF 437
  • Ausstellung Erbbescheinigung: CHF 400
  • Kosten für Erstellung ‚Unterjährige Steuererklärung‘: CHF 3’000 (pauschal)
  • Kosten für Willensvollstrecker: CHF 5’000 (pauschal)

Was mich natürlich am meisten stört, sind die vielen Kostenblöcke im Zusammenhang mit den offiziellen Stellen (v.a. dem Bezirksgericht). Da dachte ich früher schon, dass diese Kosten mit den Steuern eigentlich abgegolten sein könnten…



Banken-bashing?
20. September 2008, 11:45
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Es ist der Moment, wo populistische Politiker und selbsternannte „Spezialisten“ der Finanzmärkte über die Banken und ihre „gierigen Manager“ herfallen. Man spricht davon, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden (i.e. „Bailout“ von AIG, Verstaatlichung von Freddie und Fannie). Man ruft man mehr Staat, mehr Regulierung, mehr Aufsicht – wie immer!

Alfons Cortés schreibt in seinem Newsletter:

Politisch dürfte die Linke nicht zögern, die Trumpfkarte, die sie in die Hand gespielt bekommen hat, auszuspielen. Sie würde verschweigen, dass der Bankensektor der am stärksten regulierte Wirtschaftsbereich ist, und dass die Aufsicht ihre Hauptfunktion, nämlich die Solvenz der von ihr kontrollierten Institute zu überwachen, nicht erfüllt hat. Die Gelegenheit, den Kapitalismus zu verteufeln, war seit bald 80 Jahren nie günstiger.

Und tatsächlich titelt Spiegel Online: „Merkel fordert stärkere Regulierung der Märkte“.

Dummerweise erweisen sich besonders halb-staatliche Institute als besonders anfällig auf Fehler. Das Beispiel von kfw in Deutschland spricht Bände! Die Bank hat am Montag, als Lehrman Brothers bereits pleite war, schlappe EUR 300 Mio. an besagte Bank überwiesen  – à fond perdu… Im Verwaltungsrat sitzen 37 (!!!) Personen, davon viele Politiker (die ja alles können und überall Spezialisten sind). Immerhin hat Minister Glos das Problem erkannt: „Die Probleme der KfW resultieren vor allem daraus, dass in der Vergangenheit ihr Vorstand nie nach professionellen Kriterien, sondern nach politischer Farbenlehre ausgewählt wurde“

Zurück zu den bösen Banker. Klaus Wellershoff hat gestern im Radio einen guten Punkt vorgebracht: Diese „gierigen Banker“ – etwa bei Bear Sterns – würden sehr wohl die Quittung für ihr Fehlverhalten erhalten. Viele waren Partner und somit Aktionäre der Bank, erhielten als Bonus oft Aktien und Optionen auf ihren Arbeitsgeber. All dieses dürfte nun einen Wert von 0 – „NULL“ – haben. Ist das nicht „gerecht“?



Angst = Konservativ
19. September 2008, 11:51
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„Unsichere und Ängstliche wählen konservativ“ titelt 20min.ch. Ist doch vollkommen logisch! Wer nicht an den kommenden Krieg glaubt und nur das Gute im Menschen sieht, der braucht sich auch nicht abzusichern. Was mit solchen Leuten passiert, sieht man aktuell sehr gut in den USA. All diese „Schönwetterkapitäne“ von Lehmann, Bear Stearns, Fannie, Freddie… hatten eine rosa Brille auf und sahen die Gefahr nicht mehr. Das Resultat: Heute sind sie weg vom Fenster!

Welches ist wohl die längerfristig nachhaltige (!) politische Einstellung? Links oder Rechts?