Mex’s Blog


Medienvielfalt
31. Oktober 2008, 18:49
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Man hört es in den staatlichen und privaten Medien: Die Konzessionen (was v.a. einem Recht auf Subventionen bedeutet) wurden verteilt und es gibt Gewinner und Verlierer. Über den Auswahlprozess (die Wirtschaftlichkeit spielte keine Rolle) kann ich nur den Kopf schütteln, und dennoch sorge ich mich kaum um unsere Vielfalt.

Oft hört man davon, dass es zu wenig Frequenzen geben soll. Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, auch wenn ich die technischen Details zu wenig genau kenne. Hier gäbe es sicher machbare Lösungen. Auch was das Kabelnetz betrifft scheinen mir die Ausreden von einer technisch veralteten Ausgangslage aus zu gehen. Das Gesetz müsste auf Kapazitäten von Glasfaserkabel und digitalen Signalen ausgelegt werden. Egal… Viel wichtiger scheint mit der Blick in die real existierenden Lösungen, wie man sein Signal zum Konsument bringt

Da gibt es einerseits das Web-Radio, welches in einem kleinen Zimmer irgendwo auf der Welt produziert werden kann und dann über jeden Breitbandanschluss (heute praktisch Standard) in die gute Stube gestreamt wird. Und dann werden auch die Podcasts – egal ob Audio oder Video – immer beliebter. Ich sehe/höre mir also nur noch diese Inhalte an, welche für mich interessant sind.

Brauchen wir heute noch ein Vollprogramm in Radio und Fernsehen? Wieso lassen sich Radioprogramme nicht aus vielen Web-Radio-Sendern zusammenschneiden? Stündlich würden vom News-Kanal die Nachrichten eingeblendet und anschliessend geht es mit Kanal XY weiter. Wozu brauche ich da noch den Radiosender? Mit dem Fernsehen ist es genau gleich. Ich abonniere mir die Sendungen und sehe sie mir an, wann ich Zeit und Musse dazu habe.

OK, unterwegs oder irgendwo in den Bergen… Da wird jedoch schon bald UMTS, EDGE und G3+ verfügbar sein womit man sich die Musik wieder über sein iPhone/iPod laden kann.

Aber eben: Es geht ja um Geld, um Subventionen, damit man die Anforderungen des Staates erfüllen kann (gefügige Nachrichten, Staatskultur, Einheitsbrei…). Ist das nicht auch Manipulation?

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(Un)Sinn und Umweltpolitik
30. Oktober 2008, 20:10
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Von seinen spitzen Bemerkungen zur aktuellen Wirtschaftslage habe ich schon geschrieben. Jetzt legt Hans-Werner Sinn noch einen drauf – dieses Mal zum „Klimaschutz“ und der Energiepolitik. Nachzulesen gibt es seine – für mich nach wie vor sehr nachvollziehbaren – Überlegungen einerseits auf Spiegel Online und in seinem neuen Buch „Das grüne Paradoxon„.

Ökosteuer und das Energie-Einspeisegesetz zur Subventionierung regenerativer Energien sind in seinen Augen staatliche „Zentralplanung“ und lassen „einen Hauch DDR“ durch Deutschland wehen. Vor allem kosten sie für seinen Geschmack viel zu viel Geld: Die Förderung der Photovoltaik etwa verschlinge 120 Milliarden Euro bis zum Jahre 2015, die Bürger und Industrie über ihre Stromrechnung blechen. Gemessen an den horrenden Kosten würden durch den Einsatz der Solarenergie nur vergleichsweise wenige Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Weit weniger koste die Vermeidung von CO2 durch die Atomenergie, sagt Sinn: „Leider hat sich Deutschland mit seinem Ausstiegsgesetz zum Geisterfahrer in der Welt gemacht.“ Als Ersatz für die deutschen Reaktoren müssten weitere 111.000 Windräder zu den 20.000 vorhandenen aufgestellt werden, was für das Land „achtmal so viele Windräder wie Kirchtürme“ bedeuten würde.

Quelle: Spiegel Online

Besonders heftig ist die Reaktion auf solche Äusserungen bekanntlich jeweils bei diesen Personen, die sich in ihrem Glauben angegriffen fühlen. Und so verwundert es nicht, dass Ex SPD-Chef Beck und der Umweltminister Gabriel mit einer Replik nicht weit sind:

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) keilt zurück: „Nachdem Herr Sinn seine marktradikale Ideologie jahrelang als Wissenschaft verkauft hat, versucht er es nun auf einem Gebiet, von dem er ganz offensichtlich noch weniger versteht als von Finanzmärkten.“

Ja, zum Glück gibt es die Politiker, die von allem alles verstehen und immer die richtige Lösung parat haben… Wie hiess es doch mal an der Mainzer Fasenacht? „Nur wer von Nichts eine Ahnung hat, ist für alle politischen Posten gleichsam geeignet!“



Sicherheit gut verpackt
30. Oktober 2008, 19:49
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OK, die gute Tamara Raich sieht nicht nur aus wie Lara Croft bzw. Mrs. Smith, nein, sie hat offenbar auch die dazu passende Power: Sie ist Personenschützerin. Im Interview mit Hugo Bigi auf Tele Züri lässt sie uns ein wenig teilhaben am Leben zwischen potentiell bleihaltiger Luft und der Welt der Reichen und Schönen. So weit, so gut.

Interessant sind ihre Aussagen: Das Sicherheitsbusiness wächst (wie sie selbst sagt „leider“) rasant und auch als Manager kann man bei ihr viel lernen für das Leben in so unsicheren Zeiten wie heute („Herausforderung“). Sie habe in einem Trainingscamp viel gelernt.

Das alles wird von Hugo Bigi in einer bewundernden Art kommentiert. Es gibt kaum kritische Fragen. Die Samthandschuhe passen perfekt. Der Charm der Weiblichkeit wirkt.

Unsere Armee, die eigentlich allen pflichtigen und tauglichen Bürgern eine – wenn auch nicht in Israel oder mit israelischen Instruktoren durchgeführte – militärische Grundausbildung und den Kadern eine anspruchsvolle Führungsausbildung anbietet, stolpert derweil von einem PR-Fettnapf in den nächsten. Nichts scheint momentan gut zu sein. Dabei wäre das Thema „Sicherheit“ hoch aktuell.

Ja, die Armee hat ein Image-Problem! Ober sich das mit den PR-Spezis lösen lässt? Ich zweifle…



Erwerbslose Deutsche
27. Oktober 2008, 10:48
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Die relative Armut in Deutschland hat zugenommen, das meldet die Wochenschau der ARD diesen Sonntag. 2005 wurden 11% der Bevölkerung (und 16% der Kinder) als „arm“ definiert. Als „arm“ gilt jener Teil, welcher weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdient. Ausgedrückt in Haushalten sind dies 19% (+4% in den letzten 10 Jahren), was einen Spitzenwert gemäss OECD-Bericht bedeutet. Die untersten 10% der Bevölkerung haben ausserdem in den letzten Jahren rund 10% des Realeinkommens verloren.

…Wenn das mal kein Sprengstoff ist, der sich da stetig vergrössert…



Sinn-voller Gedankengang
26. Oktober 2008, 17:50
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Hans-Werner Sinn

Wieder einmal einer der es wagt, sich dem Mainstream entgegenzustellen: Hans-Werner Sinn, Chef des ifo-Instituts. Er vergleicht die Kritik an Managern in einem Zeitungsinterview mit dem Antisemitismus der 30er Jahre.

„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken“, sagte Sinn dem Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). In der Weltwirtschaftskrise von 1929 „hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager“. Niemand habe damals an einen „anonymen Systemfehler“ glauben wollen, der die Krise ausgelöst habe, befand Sinn.

„Hätte man nichts getan, wie 1929, wären die Folgen dramatisch gewesen: eine Kernschmelze im Finanzsystem, Massenarbeitslosigkeit, die Radikalisierung der westlichen Welt, am Ende eine Systemkrise der Marktwirtschaft.“ Die deutsche Geschichte sei hier klar, fügte Sinn hinzu: „Der Nationalsozialismus ist aus der Krise zwischen 1929 und 1931 entstanden. Auch heute stehen Rattenfänger wieder parat.“

Wen er wohl mit diesen „Rattenfängern“ meint?

Und dann noch etwas zum Thema „was tun?“

Wenn der Staat etwas tun wolle, dann bei den Steuern. „Die Steuerquote ist die höchste seit langem.“

Quelle: Spiegel Online

Hans-Werner Sinn bleibt seinem Namen treu! Danke für die wohltuenden Worte!



Ziel: Übersäuerung
24. Oktober 2008, 23:16
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Die aktuelle Strategie der linken Medien ist eindeutig: Die SVP wird bei jeder Gelegenheit in die Schlagzeilen gebracht, in der Hoffnung, die Bürger würden eines Tages genug von diesem Thema (und damit der Partei) haben. Gleichzeitig werden die anderen Parteien totgeschwiegen bzw. deren Wirken in einem neutralen Licht dargestellt.

Dazu kommt, dass alles was von der SVP her kommt in ein lächerliches, schlechtes oder altmodisches Licht gestellt wird. Aufgefallen ist mir das letzthin wieder im Interview von Roger Schawinski mit Toni Bortoluzzi. In die gleiche Kerbe schiesst man gegen die Weltwoche, die gerne als SVP-Organ tituliert wird. Dass viele Zeitungen heute als „linkes Blatt“ bezeichnet werden könnten hört man selten.

Ähnlich ergeht es Christoph Blocher: Zuerst wurde Blocher „krank“ geschrieben. Als dies nicht gelang, hat man es mit der Zurechnungsfähigkeit versucht. Nun folgen „Der untergehende Stern“, „Der Nimbus verlässt die Glücksstrasse“ und andere Unterstellungen. Man bringt „interne Gegner“ in Stellung und versucht krampfhaft einen Gegenkandidaten für den Bundesrat ausfindig zu machen. Den Präsidenten Toni Brunner stellt man als schwachen Präsidenten dar, dem die Schäfchen davon laufen. Und der Oppositionskurs wird allenthalben als „nicht existent“ verhöhnt.
Kurs halten!



Praktikus trifft den Nagel auf den Kopf
22. Oktober 2008, 23:00
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«Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden» – so wird Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, im «Spiegel» zitiert. Eine Banalität: Jeder Kaufmann mit auch nur einem Funken Standesehre grämt sich, wenn ihn schlechtes Geschäften zum Bettelgang zwingt. Über die überblickbare Schar der Grossbanker, die ihren Laden sauber gehalten haben und ohne Staatsknete über die Runde bringen, müsste heutzutage die Allgemeinheit froh, ja stolz sein.

Doch was geschieht im zunehmend absonderlichen Deutschland? Die Kanzlerin, ja die ganze Berufspolitikerkaste in Berlin hat (fraktionsübergreifend) Schaum vorm Mund. Da hat doch einer tatsächlich die Frechheit, den Griff in den Staatstopf zu verweigern, derartiges Gebaren sogar als das zu bezeichnen, was es ist: als erniedrigend und entwürdigend, als bedingungslose Kapitulation. Welcher Unternehmensleiter mit Rückgrat sagt denn schon, ohne rot zu werden: Ja, Herr, ich habe gesündigt, vergib mir, vor allem aber gib mir!

Anscheinend zieht die Obrigkeit an der Spree marode Banken den soliden vor. Ich will kein Zyniker sein, aber mir schwant: Die Krise kommt den Etatisten aller Lager (auch hierzulande übrigens) gerade recht, um den Finanzsektor unter Kontrolle zu kriegen. Im Übrigen möchte ich gerne mal einen Politiker sagen hören: Geschätzte Steuerzahler – ich schäme mich, dass ihr meine Misswirtschaft finanzieren müsst.

Quelle: Finanz und Wirtschaft, 22. Oktober 2008, Seite 15 – „Lieber Investor“

Kein Wunder, dass der deutsche Finanzminister dem schweizer Steuersubstrat an die Gurgel will…