Mex’s Blog


Ein Bisschen Konkordanz
30. November 2008, 11:46
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , ,
Nach der Blocher-Abwahl haben sich Politiker aus allen Parteien zu einem Diskussionsforum zusammengeschlossen. Jetzt erwägt die «Gruppe 13», Ueli Maurer zu verhindern. Politiker aus SP, FDP, CVP und Grüner Partei treffen sich seit Monaten in der «Gruppe 13».

Klar ist hingegen, was der Name bedeutet: 13 ist die Quersumme von 12. 12. 07, dem Tag von Blochers Abwahl. Die Gruppe wolle «die Erbschaft des 12. Dezember bewahren»

National- und Ständeräte aus allen Fraktionen ausser der SVP haben sich der «Gruppe 13» angeschlossen. An den bisher zwei oder drei Treffen sollen jeweils 10 bis 20 Personen teilgenommen haben. Einige Beteiligte wollen nicht über die Gruppe reden.

Ein Mitglied der Gruppe, das nicht zitiert werden will, wird noch deutlicher: «Die Gruppe 13 will verhindern, dass Blocher und Blocher-Klone Bundesrat werden.» Dass Maurer dazu zählt, ist für den zitierten Politiker klar.

Zu den treibenden Kräften der «Gruppe 13» zählt Andreas Gross, der seit langem für eine «kleine Konkordanz» ohne SVP plädiert.

Eine Mitgliederliste kennt die «Gruppe 13» nicht. Dem Vernehmen nach zählen neben Gross und Fluri die SP-Nationalräte Roger Nordmann, Andy Tschümperlin und Eric Nussbaumer sowie Grünen-Präsident Ueli Leuenberger dazu. Der Gruppe nahestehen sollen auch die FDP-Ständeräte Christine Egerszegi und Dick Marty sowie laut Andreas Gross auch die CVP-Vertreter Jacques Neirynck und Chiara Simoneschi. Letztere soll am Montag zur neuen Nationalratspräsidentin gewählt werden.

Quelle: NZZ Online

…Das sind ja alles klingende Namen, welche über die Gemeindegrenze hinaus bekannt sind…!

Couchepin im VBS? Hat er denn sein aktuelles Departement im Griff und die Probleme beseitigt?

Jaja, „wir stehen zur Konkordanz.“ Es fehlt der Zusatz: „…aber ohne die stärkste Partei der Schweiz“

Wieso lassen sich die einstigen Gründerväter unserer Demokratie, die FDP, so ins Lotterbett locken?

…Wenn das nur gut geht!

Nachtrag: 20min.ch bzw. der „Sonntag“ hat die Liste der Politiker veröffentlicht, welche der Gruppe angehören sollen:

  • Fluri (FDP, SO)
  • Gross (SP, ZH)
  • Christine Egerszegi (FDP, AG)
  • Christa Markwalder (FDP, BE)
  • Dick Marty (FDP, TI)
  • Lucrezia Meier-Schatz (CVP, SG)
  • Jacques Neirynck (CVP, VD)
  • Hans Stöckli (SP, BE)
  • Andy Tschümperlin (SP, SZ)
  • Roger Nordmann (SP, VD)
  • Eric Nussbaumer (SP, BL)
  • Grünen-Präsident Ueli Leuenberger (GE)
  • Bundesratskandidat Luc Recordon (Grüne, VD)
  • Antonio Hodgers (Grüne, GE)
  • Nicht mehr dabei sind Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP, TI) und Alain Berset (SP, FR), die sich als Nationalratspräsidentin respektive Ständeratspräsident politisch zurücknehmen müssen.

…Lässt sich hier nicht ein Muster erkennen?



Ein Bisschen Demokratie
30. November 2008, 11:15
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , ,

„Gregor Gysi wünschte sich am Ende seiner Rede, dass es „keinen großen Kampf um die Liste“ geben werde. Und dann sagte der Fraktionschef der Bundestagsfraktion einen bemerkenswerten Satz: „Ein bisschen Demokratie ist okay, aber wir wollen doch im Januar fünf Prozent plus X holen.“ Dass diese Aussage nur vereinzelte Proteste auslöst, sagt schon viel aus über die Zusammensetzung der Delegierten bei diesem Parteitag.“

[…]

Helge Welker ist einer der führenden Kritiker der Parteiführung. Er wirft den sechs Abgeordneten und dem Landesvorstand vor, „nur nach Macht und Geld zu streben“.

Quelle: Spiegel Online

Jeder weitere Kommentar erübrigt sich…



Koordinaten Nachtrag
28. November 2008, 23:07
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: ,

In der letzten Rundschau wurde das Koordinatensystem, welches ich schon früher aufgeführt habe, für eine aktuelle Lagebeurteilung herangezogen. Nun auch mit der BDP:

Doch beginnen wir mit einem chronologischen Vergleich (Alle Bilder: SF, Rundschau):

1999

Das Abstimmungsverhalten der Parlamentarier, welche 1999 gewählt wurden, zeigt dieses Bild: Die Fronten zwischen den „bürgerlichen“ Parteien sind noch verschwommen und v.a. kaum einheitlich. Die Fläche ist gross. Bereits reicht ein Arm der CVP ins linke Lager. Recht deutlich sichtbar: Ein Arm der SVP (wohl jener aus Zürich) reicht schon tief ins rechts-konservative Lager. Auf der anderen Seite die kompakten linken Parteien, mit einer grösseren Schnittmenge.

2003

Im Parlament der Wahlen von 2003 haben sich auf der linken Seite die Fronten geklärt: Die SP ist etwas „liberaler“ als die Grünen. Mindestens ein Drittel der CVP stimmt eher links. Die FDP ist recht geschlossen. Die SVP hingegen tendiert klar in die untere, rechte Ecke (und hat mit dieser Politik in den Wahlen 2007 Erfolg!). Ausserdem: Wieso spricht die FDP davon, sie sei eine „Mittepartei“? Gemäss diesem Bild liesse sich diese Aussage klar verneinen.

2008

2008: Die SVP hat sich ihres „liberalen“ Armes entledigt – es ist die BDP, welche sich neu dort positioniert (siehe nächstes Bild). Als einzige Partei positioniert sie sich klar in der konservativen Hälfte.  Die CVP dehnt sich weiter nach links aus und  deckt fast 3 Einheiten in der waagrechten ab. Kaum erkennbar ist der Zürcher Flügel der FDP, welche doch immer so der SVP nahe steht. Im Links-Rechts-Schema müsste sich die SP und die Grünen durchaus den Ausdruck „linksextrem“ gefallen lassen, wenn sie die SVP als „rechtsextrem“ betitelt – ja, die Linke ist sogar noch extremer in der Ausprägung.

Aktuell
Hier noch die Grafik mit der neuen Partei, der BDP. Die Distanz zur SVP ist deutlich grösser als jene zur CVP oder FDP. Wie können deren Vertreter dann felsenfest die Meinung vertreten, sie seien die SVP, aber anständig? Wäre dem so, müsste der BDP-Punkt und der SVP-Punkt praktisch deckungsgleich sein! Aber sie ist ja nicht einmal so rechts wie die FDP! Ausserdem frage ich mich, wie sich eine BDP inmitten der Gravitation der drei bürgerlichen Parteien behaupten kann?

Zuletzt die Frage nach dem unbearbeiteten Gebiet der Links-Konservativen. Wer bewegt sich dort? Zum Glück niemand?! Tipps in den Kommentaren willkommen.



PR Desaster
24. November 2008, 14:47
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , ,

…und wir dachten, Christoph Mörgeli vor dem KZ wäre schon schlimm genug…

Was Mrs. Palin hier sagt ist definitiv sekundär. Schliesslich hat sie soeben einen Truthahn begnadigt…



Good bye, USA
20. November 2008, 00:13
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , ,

Aktuelle Einschätzung zur Lage an den Weltmärkten:

Der Absturz des USD wird kommen wie das Amen in der Kirche. Was momentan ab geht, scheint mir kein grundlegendes Erstarken der US-Valuta zu sein, sondern das Ergebnis der aktuellen Auflösung von US-Anlagen:

Wer als Ausländer US-Aktien verkauft, bekommt in erster Linie einmal USD in die Hand gedrückt. Dieses Geld müssen all unsere Banken in den USA besorgen. Erst in zweiter Linie wird er dieses wertlose Papiergeld in etwas Festes umtauschen wollen. Nun kommt etwas Physik: Zwei Kraftvektoren, die in entgegengesetzter Richtung wirken. Die eine Kraft (USD kaufen) ist aktuell noch stärker…

Schaut euch mal die Währungspaare USD/whatever an und vergleicht sie mit dem S&P500! Wann hat die Dollarstärke begonnen? Ja klar, als der Index seinen massiven Abwärtstrend weitergeführt hat. Das war notabene nach dem Moment, als alle dachten, das Schlimmste sei vorbei… War es nicht. Deshalb die schleichende Panik… Nun realisieren es auch die Letzten… Darum: USA shorten was das Zeug hergibt!

Da nun der „Final Selloff“ vor der Türe steht, wird der USD nochmals einen (letzten) Hüpfer nach oben nehmen. Sobald sich jedoch die Märkte beruhigen, wird der Abfluss aus dem USD an Fahrt aufnehmen. Es folgt die Kapitulation des USD. Gleichzeitig wird die Inflation in den USA in die Höhe schiessen. Dies kann nur verhindert werden, wenn die US-Notenbank Fed die Zinsen massiv erhöht und damit einen Zinsvorteil gegenüber anderen Währungen schafft. Aber wird sie dies wirklich angesichts der wirtschaftlichen Lage tun? Wohl kaum!

Nun bekommen auch all jene Länder kalte Füsse, welche den USA Geld ausgeliehen haben (also China, Russland, Golf-Staaten). Ihr Vermögen verliert an Wert. Sie müssen ihre Staatsanleihen verkaufen. Die Zinsen steigen. Das Fed muss die Zinsen erhöhen, um dem Kapitalabfluss entgegen zu wirken (mehr Geld mit höheren Zinsen anlocken) und um die Abwertung des USD (Inflation) zu bekämpfen. Das führt möglicherweise zu Hyperinflation…

Damit geht einher, dass Edelmetalle, Oel und damit auch Energie- und Minenfirmen in die Höhe schiessen. Und möglicherweise bald in EUR gehandelt werden… (Wer war schon im neuen Bond? 😉

Und was machen die Länder mit ihren Milliarden von Cash? Sie stecken es in die eigene Wirtschaft, in die Infrastruktur, Ausbildung und natürlich ins Militär…!

Prognose mittelfristig:
In fünf Jahren werden wir eine völlig neue Welt sehen. Die USA am Boden, mit Stagflation kämpfend, der Staat womöglich bankrott. Auf der anderen Seite die neuen Grossmächte, welche den Kuchen nun unter sich aufteilen. Friedlich sind solche Transitionen noch selten ausgegangen…

[In Anlehnung an Peter Schiff, Marc Faber und Mr. Rogers (Videos siehe youtube.com)]

Handlungsvorschläge:
– US-Indices (Dow Jones, S&P500, NASDAQ shorten)
– Alle US-Aktien verkaufen
– USD zu Kursen über 1.20 in CHF wechseln
– USD shorten
– Gold- und Minenfonds, Erdölfirmen kaufen (keine USD-Anlagen!)
– warten
– BRIC-Staaten übergewichten

Obama wird es auch nicht richten können:



Wer lacht am besten?
19. November 2008, 01:04
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter:

Man lachte über ihn, man liess ihn kaum zu Wort kommen, man hat ihn als Dummkopf hingestellt – und am Ende bekam Peter Schiff Recht – und wie! Er hat als einer der wenigen die Krise am Horizont gesehen und davor gewarnt. Aber auch hier: was nicht sein darf, darf nicht sein!

Bob Pisani von CNBC schreibt dazu in seinem Blog:

Finally, stock traders were passing around the video, which consists mostly of money manager Peter Schiff, head of EuroPacific Capital making dire predictions about housing and the stock market. What’s relevant is he was making these predictions in 2006, and was being openly laughed at on TV. This is a lesson in humility for everyone who is so confident in their bullishness, or bearishness.

Schaut selbst – die Beweislast ist erdrückend. Und was meinen wohl all die anderen, die „STRONG BUY“ geschrien haben?

Was lernen wir daraus? Es ist nicht immer vorteilhaft, wenn man mit der Masse schwimmt…

Prognosen:



Die Gretchenfrage
18. November 2008, 14:33
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , ,

Als Gretchenfrage bezieht man sich ja auch Goethes „Faust“, als Gretchen gefragt wurde, wie sie es mit der Religion so habe… Heute wird dieser Ausdruck in Verbindung mit der anstehenden Brundesrats-Ersatzwahl verwedent. Als ‚Gretchen‘ ist jedoch nicht die SVP gefragt, sondern die anderen Parteien, allen voran die Bundesratsparteien SP, FDP, CVP und BDP.
„Sagt mir, wie habt ihr es mit der Konkordanz?“

Wenn ich den Ausdruck richtig verstanden habe, sollen in der Regierung alle wichtigen Meinungen (oft spricht man ja auch von „Parteien“, was aber im Nachhinein nur zu  unschönen Trennungen geführt hat) vertreten sein. Der SVP als grösste Partei (29%) und damit deren Meinungen und politischen Zielen stehen 2 Bundesräte zu. Wer diese Meinung am besten vertreten kann, weil er sie massgeblich beeinfluss hat, ist wohl allen klar. Wieso soll man sich also mit der zweitbesten Lösung zufrieden geben?
„Sagt mir, steht das Wohl des Landes für euch an erster Stelle?“

Wieso wird – nur um Christoph Blocher zu verhindern – wiederum so viel Kraft aufgewendet? Sollte man nicht dankbar sein, dass ein so erfahrener Politiker, Unternehmer und Militär in dieser schwierigen Situation das Ruder übernimmt? Er hat ja auch selbst gesagt, dass es ihn reizen würde, ein schlecht aufgestelltes Unternehmen wieder vorwärts zu bringen. Wem die Armee am Herzen liegt, muss für Blocher sein.
„Sagt mir, wollt ihr nicht den besten Mann für den Job?“

Es ist absehbar, dass der neu gewählte Bundesrat das VBS übernehmen wird. Schon länger bemängelt die SVP die Zustände in der Armee. Nun hätte sie die Möglichkeit, diese Missstände zu beseitigen. Als Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt wurde, übernahm er das Asyl Dossier. Offenbar hat er gut Arbeit geleistet, denn sonst könnte man ihn ja beruhigt ins VBS lassen, wo er ja wegen der Unfähigkeit verkümmern und als geschlagener Mann beim nächsten Mal wieder abgewählt würde. Er würde sich also selbst disqualifizieren. Wäre das nicht reizvoll für die vereinte Linke inkl. CVP? Leider geht das nicht auf, weil Blocher eben gute Arbeit geleistet hat… Da muss man eben mit weichen Argumenten kommen…
„Sagt mir, wie habt ihr es mit der Ehrlichkeit?“

Kein Politiker steht mehr unter Beobachtung wie Christoph Blocher. Jede Bewegung wird mit Argusaugen beobachtet, jede Äusserung auf die Goldwaage gelegt. Man möge doch bitte dieselbe Akribie auch bei den anderen Politikern anwenden und zuerst vor dem eigenen Haus den Dreck kehren.

So oder so, die SVP gewinnt am 10. Dezember. Entweder die anderen Parteien springen über ihren Schatten und wählen Blocher in die Regierung. Oder sie geben der SVP eine Steilvorlage für die nächsten Wahlen („Parlament missachtet den Volkswillen“). Wenn sie clever sind, wählen sie das kleinere „Übel“…