Mex’s Blog


Wer schwimmt wird nass. Logisch, oder?
29. Juli 2009, 19:10
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Gestern diskutierte ich mit einem Banker (Privatkundenberater) im Zug über die aktuelle Finanzkrise Wirtschaftskrise. Seine Aussagen haben mich herausgefordert. Ein paar Beispiele (sinngemäss):

Mex: Was rätst du heute deinen Kunden? Wohin sollen sie mit dem Geld?
Banker: Ich rate ihnen schon eher zur Vorsicht.
Mex: Ach, und wann hast du ihnen das letzte Mal nicht zur Vorsicht geraten, sondern zu Leichtsinn?
Banker: …

Mex: Schlecht geführte Unternehmen müssen bankrott gehen – alle! Auch die UBS wenn es sein muss.
Banker: Aber die UBS ist doch systemrelevant!
Mex: Was ist ’systemrelevant‘? Sollten wir wirklich in einer Marktwirtschaft leben, dürfte es gar kein ’systemrelvantes‘ Konstrukt geben! Das wäre entweder ein Monopol oder dann der Staat.
Banker: Aber wir können doch nicht die UBS untergehen lassen?
Mex: Wieso nicht? Das ist doch echte Marktwirtschaft, wo der Gute den Schlechten überlebt!
Banker: …

Die wichtigste Passage ist für mich „wir können doch nicht…“ (oder auch oft: „man kann doch nicht…“). Genau daran krankt unsere Gesellschaft. Wir sind eben doch verweichlicht (Beispiel: Siehe „Alpenfestung“ auf SF) und stören uns nur schon daran, wenn wir einen Schritt zurück machen, auf liebgewordene Dinge verzichten und uns etwas beschränken müssen. Mein Vergleich dazu:

Wer an einem Fluss steht und auf die andere Seite muss, nimmt normalerweise die Brücke oder ein Boot. Beides sind Annehmlichkeiten. Sind diese jedoch temporär nicht vorhanden oder nicht funktionstüchtig (Brücke zerstört, Boot leckgeschlagen) so gibt es keinen anderen Weg als an die andere Seite zu schwimmen. Wer jetzt ruft: „Wir können doch nicht schwimmen, denn dann würden wir ja nass!“ verliert das Ziel aus den Augen. Hier geht es darum, an die andere Seite zu kommen und nicht trocken zu bleiben.

Und daher: Wer diese Krise überstehen will, muss kurzfristige Einbussen in Kauf nehmen und sich auf die grundsätzlichen Dinge konzentrieren. Eine starke Führung ist hier gefordert, die unbequeme Dinge durchsetzen kann. Aber diese kennen ja immer weniger aus der Zeit im Militär – kein Wunder also, scheuen wir das Wasser…



Papst Kommunist XVI
7. Juli 2009, 16:09
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Jetzt schlägt’s Dreizehn!

Auch der Papst hat offensichtlich das Vertrauen in die bestehende Ordnung verloren. „Dringend nötig“, um die Weltwirtschaft zu steuern, sei „das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität“ jenseits von Uno und WTO. […]

Benedikt XVI. schwebt eine Art ständiger Krisengipfel vor, „um die Weltwirtschaft zu steuern“, die Ökonomien zu sanieren, „den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren“ […]

Kurzum, es geht um nichts geringeres als eine Weltregierung pro bonum contra malum. […]

Kein Wort mehr davon, dass der freie Markt „das wirksamste Instrument für den Einsatz der Ressourcen und für die beste Befriedigung der Bedürfnisse“ zu sein scheine. […]

Die Unternehmensführer dürften „nicht allein auf die Interessen der Eigentümer achten“

Quelle: Spiegel Online

Immerhin hat der Papst offenbar doch noch ein paar gute Ideen, allerdings frage ich mich, wie diese beiden Seiten zusammenpassen können…

Die Gewerkschaften […] sollen sich […] aus der Politik heraushalten. […]

In der Entwicklungspolitik lobt die Enzyklika das Werkzeug Mikrokredite, um die Eigenverantwortung zu fördern. […]

Internationale Organisationen müssen sich „nach der tatsächlichen Wirksamkeit ihrer oft viel zu kostspieligen bürokratischen Verwaltungsapparate fragen“.

Quelle: Spiegel Online

Das Wissen über den Liberalismus ist wirklich extremst schlecht verbreitet. Sogar der Papst kann Liberalismus nicht mehr von Kommunismus unterscheiden – wobei: Die Katholische Kirche kann man ja nicht wirklich als liberal bezeichnen. Sie finanziert sich ja nicht durch Leistungen, sondern über Steuern…

Wenn es hart auf hart zu und her geht (ob in der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Familie), so soll man sich in erster Linie am Grundsätzlichen orientieren, das hat sich fast immer bewährt. Hier wäre das echter (!) Liberalismus, einfache Regeln und nicht neue, komplizierte, unkontrollierbare Oberaufsichten.

…Ich höre schon die Verschwörungsgläubigen, die darin den nächsten Schritt zur NWO sehen.



Schnecken auf der Autobahn
7. Juni 2009, 10:33
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Wann immer ich auf der Autobahn unterwegs bin, gerate ich irgendwo in einen zähflüssigen Abschnitt. Die Geschwindigkeit reduziert sich auf bisweilen unter 100 kmh, die Abstände werden kleiner, das Risiko eines Auffahrunfalles steigt.

Ein Blick weit nach Vorne zeigt mir oft eine leere Autobahn, vielleicht mit ein paar wenigen Autos. Der kleine Stau ist also lokal beschränkt. Allerdings nicht absolut lokal, sondern relativ. Keine Baustelle und kein Pannenfahrzeug zwingen den Strom zu tieferen Geschwindigkeiten.

Der Grund liegt sehr oft bei einem einzigen Automobilisten, der einige Eigenschaften auf sich vereint:

  • Er fährt grundsätzlich links;
  • Er fahrt grundsätzlich nicht schneller als die offiziell erlaubten 120 kmh;
  • Beim Uberholen von Lastwagen schleicht er aus Angst an ihnen vorbei;
  • Nach dem Uberholen wechselt er nicht sofort auf die rechte Fahrspur und die Geschwindigkeit bleibt unterhalb der erlaubten 120kmh;
  • …und dann gäbe es noch ein bis zwei, aber die lasse ich jetzt weg…

Die meiste Zeit fährt man auf unseren Autobahnen flüssig, die Kapazitäten sind noch in Ordnung. Allein die Benutzer sind das Hauptproblem. Welche Massnahmen müsste man ergreifen?

  • Rechtsüberholen zulassen;
  • Mindestgeschwindigkeit auf der Überholspur bzw. Minimale Überholgeschwindigkeit +10 kmh im Verhältnis zu dem zu überholenden Fahrzeug;
  • Pflicht, dass nach den Überholen wieder auf die rechte Spur zu wechseln ist;
  • Neue allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 140 kmh (oder 150 kmh) zulassen (siehe Facebook Gruppe);
  • Einschränkungen der reduzierten Maximalgeschwindigkeiten überprüfen (z.B. 100kmh auf der A3 Habsburg-, Bözbergtunnel), Vmax erhöhen.

Ob ich eine Facebook-Gruppe gründen soll?