Mex’s Blog


Gedanken von Dr. Hummler
28. Februar 2009, 15:27
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Anlässlich des „Come-Together“ Anlasses der Generalstabsschule („KORPSGEIST“) hat der Generalstabsoberst und Teilhaber der Bank Wegelin, Herr Dr. Konrad Hummler einige überlegenswerte Gedankengänge vorgestellt, die ich selbst noch etwas ausführe:

  • Das nächste grosse Problem wird die Staatsverschuldung sein – weltweit. Die vielen Stimulus-Pakete und die sonst schon desolate Finanzlage der öffentlichen Kassen, die Verpflichtungen gegenüber Rentenbezügern und was da alles noch dazu kommt, wird einige Staaten an den Staatsbankrott führen. Die Angriffe auf das Bankkundengeheimnis sind deshalb auch unter diesen Vorzeichen zu sehen, denn es sind v.a. jene Staaten, die den Druck auf die Schweiz erhöhen, die selbst tief in der finanziellen Kacke stecken. Von Investitionen in Staatsanleihen und Währungen solcher Staaten ist deshalb Abstand zu nehmen.
  • Wenn ein Staat zusammenbricht stellt sich unweigerlich die Frage: Wer steht in der Verantwortung und wer wird von der „Öffentlichkeit“ zu einem Sündenbock gemacht? Dass die Politiker dabei auf sich selbst zeigen, ist unwahrscheinlich, auch wenn sie viel dazu beigetragen haben. Schliesslich sind diese Menschen ja für die Rahmenbedingungen verantwortlich, welchen sich die Unternehmen und Bürger anpassen.
    Vermutlich wird sich die Wut einmal mehr an den üblichen Verdächtigen festmachen: an den Reichen, den Bankern, den Öl- und Strombaronen (früher waren das meist Juden…). Dann ist Sachlichkeit und Verstand gefragt!
  • Dr. Hummler ortet in der Schweiz ein „Führungsproblem“ – es fehlen die guten, krisenerprobten Führungskräfte, die auch nicht von der gefährlichsten Möglichkeit zurückschrecken. Nicht nur der Bundesrat besteht in seinem Kollektiv aus mittelmässigen bis schwachen Persönlichkeiten, auch die Unternehmen werden vielfacht von Schönwetterkapitänen geführt (?).
    Vorbei die Zeiten, als es hiess: „Bankdirektor, Nationalrat und Oberst i Gst / Regimentskommandant“. Vor wenigen Monaten beurteilte man diesen Umstand als wünschenswert, doch heute fehlt genau diese Erfahrung in der obersten Chefetage. In der Generation der 40-60-Jährigen fehlt eine ganze Crew an militärisch erprobten Führungspersönlichkeiten.
  • Nicht nur dass uns diese Führer aktuell fehlen, auch der Nachwuchs ist schwach. Jahr für Jahr fehlen junge Offiziere – und das, trotz massiv verkleinerter Armee. Eine 640’000 Mann Armee könnte man heute nicht mehr führen, die Kader fehlen. Aber was für Personen übernehmen in den nächsten, schwierigen Jahren die Unternehmen? Es sind wiederum meist unerfahrene Manager, die ihre Sporen in guten Zeiten abverdient haben und kaum Krisenerfahrung mitbringen.
  • Das Netzwerk der jungen Führungskräfte ist heute schwach. Vielleicht kennt man sich von Parties, man kennt also die Schokoladeseite. Aber eine gemeinsame Erfahrung während einer herausfordernden Zeit – wie sie das Militär mit seinen unzähligen Übungen bietet – ist nicht vorhanden. Wie sollen diese Leute wissen, auf wen sie sich verlassen können? Wer einen klaren Kopf bewahrt?
  • Die zeitliche Belastung von Manager steigt ständig an. Die Frage ist allerdings, ob diese Belastung eine Ableitung von fehlender Verteilung der Arbeit (Stabsorganisation), fehlender Möglichkeit zur Delegation (Auftragstaktik/Befehlstaktik) oder fehlender Organisation der Person (Zeitplan, Pendenzenliste) ist. Ein deutliches Zeichen, dass mit der Belastung etwas nicht stimmt, zeigen die Löhne, die oft 2-3 Personen ernähren könnten.
  • Qualitäten der militärischen Ausbildung:
    – Erfahrung durch Repetition (Drill) und Improvisation (Anwendungsstufe) bzw. Bildung von Automatismen (Drill) und Kombinatorik (Anwendungsstufe)
    – Abwechslung zwischen Führungserfahrung und Unterstelltenverhältnis
    – Präzision, Treue, Pünktlichkeit, klare Sprache
    – Überwinden von toten Punkten („aber trotzdem..“)
    – Militär kennt weniger das Problem von: „Je besser sie ausgebildet sind, desto schneller sind sie weg.“

Dr. Hummler kommt zu Schluss, dass der Schweiz aktuell nicht nur eine Strategie fehlt, sondern v.a. ein Ziel. Dieses könnte etwa lauten: „Wir werden nicht zum Problem der anderen“.



Politik vs. Darwin
14. Februar 2009, 15:33
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Darwin hielt in seinem Werk „Die Abstammung des Menschen“ fest, dass Variabilität eine „Grundvoraussetzung für die natürliche Zuchtwahl und für die Entwicklung zu neuen Arten“ ist. Durch das Stützen von einzelnen, auf dem Hoheitsgebiet des Staates wichtigen Unternehmen wird diese natürliche Entwicklung verunmöglicht. Eine Stagnation ist die Folge. Darüber hinweg helfen nicht einmal die erhöhten Ausgaben für Bildung und Forschung. Lieber schreibt man Abhandlungen über die Geschichte als sich Neuem und möglicherweise Erfolgreichem zuzuwenden.

Auch Darwin stellte dieses Phänomen bereits fest:

In einem Punkt unterscheiden sich die zivilisierten Völker von allen Tiefen und von den meisten Primitiven: Sie setzen die natürliche Auslese ausser Kraft […]; sie impfen sich gegen Krankheiten und verhindern dadurch, dass die Widerstandsfähigsten sich auf Kosten der Schwächeren durchsetzen.

Wir dürfen uns also nicht wundern, wenn Gesellschaften ein geringes Wirtschaftswachstum haben und die Kosten für Gesundheit und Sozialem weiter steigen. Ach, Sie meinen, wir sind doch zivilisiert und können nicht so herzlos sein? Sie haben vermutlich Recht, aber bitte beschweren Sie sich danach nicht ob der Konsequenzen, die aus Ihrem Handeln entstehen!

Selbst das Militär mit seinem Extremfall „Krieg“ widersetzt sich mit seiner Auswahl der natürlichen Auslese:

So werden z.B. gerade die besten und kräftigsten jungen Männer zum Militär eingezogen, dadurch dem Risiko eines frühen Todes ausgesetzt und im besten Alter am Heiraten gehindert, während die Schwächeren sich fortpflanzen können.

Wie oft hören wir von Politiker, die sich für ein unmissverständliches, striktes und uneingeschränktes marktwirtschaftliches System einsetzen und dies auch gegen den stärksten Gegenwind verteidigen? Mir ist nur ein Politiker bekannt: Ron Paul.

Es wird Zeit – besonders im Darwin-Jahr – dass wir uns wieder an die grundsätzlichen Mechanismen der Natur erinnern!



Die militärischen Führer fehlen in der Wirtschaft
10. Februar 2009, 18:06
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Und es gibt sie eben doch: Die Gründe, die für einen militärischen Führungsstil in der Wirtschaft sprechen. Zu lesen im Blogeintrag „Why the Military Produces Great Leaders – by Colonel Tom Kolditz“ (Danke an François Monney für den Tipp). Hier das „Best Of“:

First, in all services, military leadership qualities are formed in a progressive and sequential series of carefully planned training, educational, and experiential events—far more time-consuming and expensive than similar training in industry or government.

Secondly, military leaders tend to hold high levels of responsibility and authority at low levels of our organizations.

Finally, and perhaps most importantly, military leadership is based on a concept of duty, service, and self-sacrifice; we take an oath to that effect. We view our obligations to followers as a moral responsibility, defining leadership as placing follower needs before those of the leader, and we teach this value priority to junior leaders.

[…]

Are we likely to see business leaders placing the well-being of their shareholders and employees above their own?

[…]

But the quantity of compensation isn’t as relevant as the message to followers that, when times were tough, the leader put his or her personal well being ahead of theirs. Such perceptions of a military leader in combat would render that leader mistrusted and ineffective in the eyes of soldiers forever. Why should business leaders expect anything else on the part of people desperate about the loss of their equity or employment or lifestyles?

[…]

CEOs have to start leading like generals—even if that means living a lifestyle in common with their troops.

[…]

The best leadership—whether in peacetime or war—is borne as a conscientious obligation to serve. In many business environs it is difficult to inculcate a value set that makes leaders servants to their followers. In contrast, leaders who have operated in the crucibles common to military and other dangerous public service occupations tend to hold such values.

Das sind Dinge, die es heute braucht, auch um das Vertrauen wieder zu gewinnen.

Oder kurz zusammengefasst die wichtigsten Führungsgrundsätze:

  • Der Auftrag steht im Zentrum.
  • Führen durch Vorbild.
  • Der Chef sorgt zuerst für die Unterstellten und Kunden und nicht für sich selbst (vgl. Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff als Letzter)

DAS wären Kernbotschaften, die unsere Armee aufnehmen sollte! Das aktuelle Umfeld böte eine erfolgversprechende Ausgangslage, um sich positiv positionieren zu können! Welcher der ach so verschmähten Manager hat denn heute noch eine militärische Führungsausbildung vorzuweisen? Ich gebe Ihnen zwei Namen: Josef (Joe) Ackermann und Konrad Hummler.

Aber einmal mehr dürften unsere Kommunikationsprofis in Bern die Chance verpassen – wirklich schade!



Bravo Ueli Maurer
17. Januar 2009, 20:59
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Während sich die Medien wie üblich auf die Rede von Christoph Blocher anlässlich der Albisgüetli-Tagung stürzen, dann aber doch meist nur Nebensätze publizieren, ging die hervorragende Grundsatzrede von Ueli Maurer völlig unter („Maurer redete über Sicherheit.“ NZZ Online; „Er beschränkte sich auf einige Müsterchen aus dem Bundesrat und erste Erläuterungen zu seinen Zielen als Wehrminister.“ Tages-Anzeiger).

Als Offizier dieser Armee bin ich hoch erfreut über die Ansprache von Bundesrat Ueli Maurer. Endlich werden grundsätzliche Fragen gestellt und Aktivitäten daran gemessen. Dem Zeitgeist als Sicherheitspolitischerratgeber wird klar die Rote Karte gezeigt.

Das Interesse an unbedeutenden Details entspricht dem Zeitgeist. Leichte Kost ist „in“. Oberflächlichkeit ist Trumpf, gerade auch in der Politik. Grundsätze werden ignoriert und Prinzipien belächelt. Begeisterung zählt mehr als Abwägen. Visionen zählen mehr als solide Abklärungen. Die Politik nimmt sich Einzelfällen an, hastig und hektisch, kopflos und konzeptlos, gerade so, wie diese von den Medien beleuchtet werden. Grundsätzliche Überlegungen werden nicht angestellt. Grundsatzdebatten werden nicht geführt. Das Resultat ist allzu oft eine Augenblickspolitik ohne Fundament, ein unbedachtes Losstürmen ohne Karte und Kompass. Das ist nicht mein Verständnis von Politik. […]

Da verpflichtet unser freiheitlicher Staat seine Bürger dazu, jährlich ihren Arbeitsplatz, ihre Familien zu verlassen und während Wochen zum Waffendienst zur Verfügung zu stehen. Im schlimmsten Fall, dem Verteidigungskrieg, wird vom Bürger sogar erwartet, dass er all seine Interessen zurückzustellen bereit ist. Selbst auf sein ureigenstes Interesse am eigenen Leben soll er zugunsten des Überlebens des Staates verzichten. Das ist viel verlangt! Das ist alles verlangt! […]

Als Bundesrat will ich die Debatte auf das  Grundsätzliche zurückführen. Und das beginnt mit der Frage: Ist in einem freiheitlichen Staat das Aufgebot unserer Bürger zum Militärdienst, ist ein solches Opfer an Zeit, vielleicht sogar an Leben, überhaupt zu rechtfertigen? Ich sage Ja. Es gibt einen Grund – aber es gibt nur einen Grund: Die Freiheit des einzelnen Bürgers darf nur eingeschränkt werden, wenn dies zwingend notwendig ist, um die Ordnung zu bewahren, die dem einzelnen Bürger eben diese Freiheit zugesteht. […]

Als verantwortlicher Bundesrat werde ich die Einsätze und Aufgaben unserer Bürger in Uniform daran messen, ob sie der Sicherung unseres freiheitlichen und demokratischen Staates dienen. Denn ich biete die jungen Leute in unserem Land zum Wehrdienst auf, nicht zur Zwangsarbeit. […]

Klar ist aber, dass sich das Bedrohungsszenario nicht nach dem Budget richten darf, sondern dass das Budget sich nach der Bedrohungslage zu richten hat. […]

Ich denke an eine Schweizer Armee, die auf unserem Territorium unbesiegbar ist, an eine Armee, die in unserem Land jeden Feind schlägt. Und das ist eine Notwendigkeit: gut sein, genügt nicht. Wir müssen besser sein als jeder Angreifer; als Zweitbester dem Besten gegenüberzustehen bedeutet den Untergang unserer Heimat, den Verlust unserer Freiheit, den Tod unserer Soldaten. […]

Weshalb befiehlt man die Bürger von Arbeit und Familie weg, wenn das letzte Mittel zur Sicherung der Freiheit nicht eingesetzt werden kann? Wie ist der finanzielle Aufwand zu rechtfertigen, wenn die Armee keine Sicherheit garantiert? Unsere Armee erfüllt ihren Daseinszweck ausschliesslich durch Einsatztauglichkeit. […]

Wer jetzt einwendet, der bewaffnete Bürger sei gefährlich, sei ein Risiko, der spricht ihm die Selbstverantwortung ab. Und konsequent weitergedacht führt dieses Misstrauen gegenüber dem Volk in den totalen Verbots- und Verwaltungsstaat. Wer dem Bürger die Waffe wegnimmt, der zeigt ihm so seine Unmündigkeit an. Der Staat übernimmt die Vormundschaft. Und diese wird sich bald nicht mehr allein auf die Waffenfrage erstrecken. Warum soll jemand, dem nicht einmal die verantwortungsvolle Handhabung seines Sturmgewehrs zugetraut wird, über unseren gemeinsamen Weg in die Zukunft mitentscheiden können? Weshalb soll ein unmündiger Bürger an der Urne über die Geschicke unseres Landes befinden können? Die Entmündigungsspirale stoppt nicht bei der Volksentwaffnung. […]

An der Realisierung dieser Armee arbeite ich sehr gerne mit! Die Richtung ist gegeben, jetzt werden Personen und Programme darauf abgestimmt.

Ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass Ueli Maurer als  hervorragenden Bundesrat in die Geschichte eingehen wird, der noch zur rechten Zeit (hoffentlich) das Ruder herumgerissen hat. Die Zeit ist knapp…



Krieg in 5 Jahren
22. Dezember 2008, 23:08
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Marc Faber, seineszeichens „Dr. Doom“ und allgemein als Crash-Prophet verschrieen, liegt oft gar nicht mal so falsch mit seinen Einschätzungen, auch wenn ihn die notorischen Optimisten gerne belächeln und zur Belustigung des Publikums präsentieren. Im Interview mit CashTalk von diesem Wochenende hat er ein paar Aussagen gemacht, die mich als sicherheitspolitisch interessierten und generell nicht auf das Gute im Menschen vertrauenden Bürger aufhorchen liessen:

„Ich kann mir vorstellen, dass wir während 10 Jahren enttäuschendes Wachstum haben. Ich kann mir auch vorstellen, dass nach 5 Jahren ein Krieg ausbrechen kann. Das wäre eine Massnahe, welche die Wirtschaft wieder beleben würde. Auch der 2. Weltkrieg kam aus der Rezession heraus…“ (ab ca. 7 Minuten)

Natürlich mag diese Aussicht völlig übertrieben sein, doch in Anbetracht der anstehenden Rezession mag dies gar nicht mal so abwägig sein. Wir stellen uns nur mal vor, wenn es einigen Staaten in Europa (etwa Spanien oder UK) nicht mehr so gut gehen sollte, welche Spannungen sich da aufstauen können und wie am Euro durch die nationalen Kräfte gezehrt wird. Das sind sicher keine guten Voraussetzungen.

Die Gutmenschen werden natürlich einwerfen, dass man einiges aus der Geschichte gelernt habe und nur allein deshalb so etwas nicht passieren wird. Doch ich mag partout nicht an solche vagen Aussagen glauben. Ich hoffe, ich liege falsch!

Das ganze Video ist sehr sehenswert. Es zeigt einmal mehr, wie falsch jene liefen, die der freien Marktwirtschaft, dem Liberalismus die Schuld in die Schuhe schieben. Aber so ist es, wenn man sich von einem Gewerkschafter die Welt erklären lässt…

„Entweder wir haben eine Volkswirtschaft, welche auf der Marktwirtschaft beruht und auf dem kapitalistischen System – und das ist natürlich knallhart: Wenn sie nichts taugen, sind sie draussen! Aber wenn sie nichts taugen sollten sie auch keine Stelle haben. Und v.a. nicht eine, die überzahlt ist, wie bei der UBS.

Es gibt ja hochintelligente Leute auf dieser Welt, die den ganzen Tag arbeiten und verdienen einen Bruchteil von einem Idiot, der in einer Schweizer Bank an der Bahnhofstrasse sitzt. Es ist bedauerlich, dass es so viele Leute gibt, die nichts taugen und so viel verdienen und andere (Universitätsprofessoren, Lehrer) die etwas beitragen zur Gesellschaft und so schlecht bezahlt werden.“



Die Gretchenfrage
18. November 2008, 14:33
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Als Gretchenfrage bezieht man sich ja auch Goethes „Faust“, als Gretchen gefragt wurde, wie sie es mit der Religion so habe… Heute wird dieser Ausdruck in Verbindung mit der anstehenden Brundesrats-Ersatzwahl verwedent. Als ‚Gretchen‘ ist jedoch nicht die SVP gefragt, sondern die anderen Parteien, allen voran die Bundesratsparteien SP, FDP, CVP und BDP.
„Sagt mir, wie habt ihr es mit der Konkordanz?“

Wenn ich den Ausdruck richtig verstanden habe, sollen in der Regierung alle wichtigen Meinungen (oft spricht man ja auch von „Parteien“, was aber im Nachhinein nur zu  unschönen Trennungen geführt hat) vertreten sein. Der SVP als grösste Partei (29%) und damit deren Meinungen und politischen Zielen stehen 2 Bundesräte zu. Wer diese Meinung am besten vertreten kann, weil er sie massgeblich beeinfluss hat, ist wohl allen klar. Wieso soll man sich also mit der zweitbesten Lösung zufrieden geben?
„Sagt mir, steht das Wohl des Landes für euch an erster Stelle?“

Wieso wird – nur um Christoph Blocher zu verhindern – wiederum so viel Kraft aufgewendet? Sollte man nicht dankbar sein, dass ein so erfahrener Politiker, Unternehmer und Militär in dieser schwierigen Situation das Ruder übernimmt? Er hat ja auch selbst gesagt, dass es ihn reizen würde, ein schlecht aufgestelltes Unternehmen wieder vorwärts zu bringen. Wem die Armee am Herzen liegt, muss für Blocher sein.
„Sagt mir, wollt ihr nicht den besten Mann für den Job?“

Es ist absehbar, dass der neu gewählte Bundesrat das VBS übernehmen wird. Schon länger bemängelt die SVP die Zustände in der Armee. Nun hätte sie die Möglichkeit, diese Missstände zu beseitigen. Als Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt wurde, übernahm er das Asyl Dossier. Offenbar hat er gut Arbeit geleistet, denn sonst könnte man ihn ja beruhigt ins VBS lassen, wo er ja wegen der Unfähigkeit verkümmern und als geschlagener Mann beim nächsten Mal wieder abgewählt würde. Er würde sich also selbst disqualifizieren. Wäre das nicht reizvoll für die vereinte Linke inkl. CVP? Leider geht das nicht auf, weil Blocher eben gute Arbeit geleistet hat… Da muss man eben mit weichen Argumenten kommen…
„Sagt mir, wie habt ihr es mit der Ehrlichkeit?“

Kein Politiker steht mehr unter Beobachtung wie Christoph Blocher. Jede Bewegung wird mit Argusaugen beobachtet, jede Äusserung auf die Goldwaage gelegt. Man möge doch bitte dieselbe Akribie auch bei den anderen Politikern anwenden und zuerst vor dem eigenen Haus den Dreck kehren.

So oder so, die SVP gewinnt am 10. Dezember. Entweder die anderen Parteien springen über ihren Schatten und wählen Blocher in die Regierung. Oder sie geben der SVP eine Steilvorlage für die nächsten Wahlen („Parlament missachtet den Volkswillen“). Wenn sie clever sind, wählen sie das kleinere „Übel“…



Sicherheit gut verpackt
30. Oktober 2008, 19:49
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OK, die gute Tamara Raich sieht nicht nur aus wie Lara Croft bzw. Mrs. Smith, nein, sie hat offenbar auch die dazu passende Power: Sie ist Personenschützerin. Im Interview mit Hugo Bigi auf Tele Züri lässt sie uns ein wenig teilhaben am Leben zwischen potentiell bleihaltiger Luft und der Welt der Reichen und Schönen. So weit, so gut.

Interessant sind ihre Aussagen: Das Sicherheitsbusiness wächst (wie sie selbst sagt „leider“) rasant und auch als Manager kann man bei ihr viel lernen für das Leben in so unsicheren Zeiten wie heute („Herausforderung“). Sie habe in einem Trainingscamp viel gelernt.

Das alles wird von Hugo Bigi in einer bewundernden Art kommentiert. Es gibt kaum kritische Fragen. Die Samthandschuhe passen perfekt. Der Charm der Weiblichkeit wirkt.

Unsere Armee, die eigentlich allen pflichtigen und tauglichen Bürgern eine – wenn auch nicht in Israel oder mit israelischen Instruktoren durchgeführte – militärische Grundausbildung und den Kadern eine anspruchsvolle Führungsausbildung anbietet, stolpert derweil von einem PR-Fettnapf in den nächsten. Nichts scheint momentan gut zu sein. Dabei wäre das Thema „Sicherheit“ hoch aktuell.

Ja, die Armee hat ein Image-Problem! Ober sich das mit den PR-Spezis lösen lässt? Ich zweifle…