Mex’s Blog


Sture Markttechniker gewinnen
17. Mai 2009, 10:48
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Wieder einmal habe ich in alten Ausgaben der ‚Finanz und Wirtschaft‘ gewühlt und bin dabei auf interessante Artikel gestossen. Nur sehr wenige, meist gutbezahlte Analysten haben 2007 und teilweise sogar noch 2008 gute Anlagetipps gegeben. Viel jedoch lagen total daneben.

So etwa Tobias Levkovich, US-Chefstratege für Aktien von Citi, der im Interview vom 20. August 2008 etwa riet:

Die Investoren interessieren sich immer noch für Energie- und Bergbauaktien und sträuben sic gegen Finanzwerte. Für mich ist das ein Kaufsignal.

Jedes Mal, wenn die Teuerung ihren Höhepunkt überschritten hatte, war jeweils der Zeitpunkt gekommen, Finanzwerte zu kaufen und Energiewerte abzustossen.

Beide Aussagen sind in sich völlig korrekt. Nur stimmt der Zeitpunkt nicht. Die Inflation (Geldmengenwachstum) hat keinesfalls abgenommen. Das als „Deflation“ umschriebene Phänomen war eher ein Luftablassen von überschossenen Preisen, hat aber mit der Geldmenge nichts zu tun. Inflation bleibt weiter das grösste Problem und so sind Bankaktien nicht interessant und Minenaktien hingegen günstig.

Alfons Cortés lag dagegen mit seiner Einschätzung zur UBS am 9. Mai 2007 völlig richtig. In seiner wöchentlichen Kolumne „Der Markttechniker“ riet er von der UBS ab:

Obwohl ihre Titel [der UBS] von Analysten dies- und jenseits des Atlantiks unermüdlich bis vor wenigen Tagen empfohlen und UBS als Unternehmen besser als die Konkurrenz, insbesondere als Credit Suisse, beurteilt wurde, entwickelt sich der Aktienkurs eher mässig.

Wer nicht mit Aktien handeln will, sondern sie kauft, um sie möglichst lange zu halten, ist mit UBS […] relativ schlecht bedient. Gerade jetzt, da die relative Schwäche des Titels mit Schlagzeilen, die Enttäuschungen verraten, ins Bewusstsein breiter Kreise gebracht wird, ist nicht mit der Entstehung einer neuen Hackordnung unter Bankaktien zu rechnen. Überdies weisen die Instrumente, die der technischen Analyse zur Verfügung stehen, nicht darauf hin, dass die UBS-Valoren zu einem Favoriten in der Bankszene zu werden versprechen.

Treffer!



When all else fails, politicians take their nation to war
15. Mai 2009, 22:05
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Die Zeilen sind einfach zu einzigartig, als sie zu verstecken oder sie nicht noch einmal zu publizieren. Sie stammen von Gerald Celente und sind datiert mit dem 13. Mai 2009. Lasst uns in ein paar Monaten oder Jahren sehen, wie es gekommen ist:

The biggest financial bubble in history is being inflated in plain sight, said Gerald Celente, Director of The Trends Research Institute. „This is the Mother of All Bubbles, and when it explodes,“ Celente warns, „it will signal the end to the boom/bust cycle that has characterized economic activity throughout the developed world.“

Either unwilling or unable to call the bubble by its proper name, the media, Washington and Wall Street describe the stupendous government expenditures on rescue packages, stimulus plans, buyouts and takeovers as emergency measures needed to salvage the severely damaged economy. „All of this terminology is econo-jargon,“ said Celente. „It’s like calling torture ‚enhanced interrogation techniques.‘ Washington is inflating the biggest bubble ever: the ‚Bailout Bubble.‘

„This is much bigger than the Dot-com and Real Estate bubbles which hit speculators, investors and financiers the hardest. However destructive the effects of these busts on employment, savings and productivity, the Free Market Capitalist framework was left intact. But when the ‚Bailout Bubble‘ explodes, the system goes with it.“

The economic framework of the United States has been restructured. Federal interventionist policies have given the government equity stakes, executive powers and management control of what was once private enterprise. To finance these buyouts, rescue and stimulus packages — instead of letting failed businesses fail and bankrupt banks and bandit brokerages go bankrupt — trillions of dollars are being injected into the stricken economy.

Phantom dollars, printed out of thin air, backed by nothing … and producing next to nothing … defines the „Bailout Bubble.“ Just as with the other bubbles, so too will this one burst. But unlike Dot-com and Real Estate, when the „Bailout Bubble“ pops, neither the President nor the Federal Reserve will have the fiscal fixes or monetary policies available to inflate another.

With no more massive economic bubbles left to blow up, they’ll set their sights on bigger targets. „Given the pattern of governments to parlay egregious failures into mega-failures, the classic trend they follow, when all else fails, is to take their nation to war,“ observed Celente.

Since the „Bailout Bubble“ is neither called nor recognized as a bubble, its sudden and spectacular explosion will create chaos. A panicked public will readily accept any Washington/Wall Street/Main Stream Media alibi that shifts the blame for the catastrophe away from the policy makers and onto some scapegoat.

„At this time we are not forecasting a war. However, the trends in play are ominous,“ Celente concluded. „While we cannot pinpoint precisely when the ‚Bailout Bubble‘ will burst, we are certain it will. When it does, it should be understood that a major war could follow.“

Quelle: http://www.trendsresearch.com/



Nationalbank im Hoch
14. März 2009, 21:34
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Von links bis rechts erhält unsere Nationalbank (SNB) Zustimmung für ihre Politik. Den Gipfel der Euphorie hat sie erreicht, als Jean-Pierre Roth anlässlich der SwissAwards im Januar den Preis in der Kategorie „Wirtschaft“ erhalten hat. Letzte Woche hat die SNB nun ein weiteres Mal die Zinsen gesenkt. Die Reaktionen waren wiederum positiv.

So viel einheitliche Meinung macht mich höchst skeptisch!

Könnte es sein, dass die SNB mit ihrer Politik (wieso spricht man eigentlich hier von Politik, wenn die SNB doch unabhängig von der Politik handeln soll? Wieso sagt man nicht „Strategie“?) der tiefen Zinsen, dem Aufkauf von fremden Währungen / Verkauf von CHF und der möglicherweise noch kommenden quantitativen Lockerung ein zu hohes Risiko eingeht? Werden die ganz schlechten Szenarien auch durchgespielt? Was wenn plötzlich alle diese Währungen (im besonderen der USD) stark einfallen. Hier macht die SNB doch massiv Verlust?! Will sie dann unser Gold verkaufen? (Gott behüte uns davor!!!) Könnte der CHF dann plötzlich in einen Abwärtsstrudel geraten?

Aufgeschreckt hat mich eine Aussage von Jim Rogers. Nachdem sich der Bund und die Nationalbank an der Stützung der UBS beteiligt haben, hat er nicht nur sein Vermögen von der UBS weggenomen, sondern auch gleich einen düsteren Ausblick für den CHF gegeben. Und nun steht im Blog „The big picture“ dieser Satz:

„Whatever their reasons, the Swiss have opened Pandora’s box. […] Because China can now say, with some justification, that if the Swiss can manipulate their currency to make themselves more competitive, then why is it wrong for us? And how long do you think it will be until Japan tries once again to push the yen lower, with its export industries in tatters? And Korea? Taiwan? You can almost hear the announcement over the loudspeakers: “Gentlemen, start your engines!”

Gewiss, ein starker Franken ist ein Problem für die Exportindustrie und „hohe“ Zinsen tun unserer Wirtschaft nicht gut. Aber hey: „Hohe“ Zinsen heissen bei uns doch seit Jahren 4% aber keinesfalls 10%! Das werden wir also überstehen. Zudem führen höhere Zinsen zu besseren Anlagequalitäten. Nicht mehr jeder Blödsinn wird realisiert und finanziert. Wenn wir dann wirklich tiefere Zinsen haben wollten, können wir uns noch immer im Ausland bei ihren tiefen Zinsen finanzieren. Durch den stärker werdenden Franken werden unsere Schulden im Ausland zudem kleiner.

Wäre also nur noch die Exportindustrie, deren Arbeitsplätze abzuwandern drohen. Die Gefahr ist real. Aber das Klönen der Unternehmer ist meist grösser als die wirklichen Probleme. Qualität und Schweizer Zuverlässigkeit sind meiner Meinung nach wichtiger. Wenn wir zudem davon ausgehen, dass in vielen anderen Ländern die Krise sich weiter zuspitzt und mit Unruhen und politischen Verwerfungen zu rechnen ist, werden einige Firmen froh sein, in der – im Verhältnis zu den anderen Ländern – sicheren Schweiz produzieren zu können. Ein effizientes Steuersystem und die strikte Beibehaltung des Bankkundengeheimnis sind dabei auch noch nützlich.

Deshalb empfehle ich den anderen Weg: Zinsen anheben (damit nicht schon wieder eine Blase entsteht), KEINE Interventionen in den Währungen, kein ‚quantitative easing‘ und v.a. KEIN Gold verkaufen – eher KAUFEN!



Best of Warren Buffett 2009
6. März 2009, 00:02
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Every annual report of Berkshire Hathaway Inc. is special. Not only because it is written straight forward and thus so much different from all the PR-driven reports of other companies but also because it is very easy to read and understand. This might come from the process, how Berkshire Hathaway’s boss and investor legend Warren Buffett writes it: He thinks about writing a letter to a close relative and changes the „dear…“ into „To the Shareholders…“

Here comes my choice of statements I consider best in this year’s annual report:

  • „In God we trust; all others pay cash.“
  • In poker terms, the Treasury and the Fed have gone „all in“.
  • These once-unthinkable dosages [of liquidity] will almost certainly bring on unwelcome aftereffects […] one likly consequence is an onslaught of inflation.
  • In good years and bad, Charlie [Buffett’s investment partner] and I simply focus on four goals: […] dozens of sources of earnings and cash; […]; acquiring and develping new and varied streams of earnings; […]
  • When investing, pessimism is your friend, euphoria the enemy.
  • During 2008 I did some dumb things in investments. I made at least one major mistake of commission and several lesser ones that also hurt. […] I made some errors.
  • We enjoy such price declines if we have funds available to invrease our positions.
  • „Price is what you pay; value what you get.“ Ben Graham
  • Enjoyment and utility shoud be the primary motives for purchase [of home ownership], not profit or refinance possibilities.
  • [On borrowing costs] Today’s extreme conditions may soon end.
  • Local governments are going to face far rougher fiscal problems in the future then they have to date.
  • If merely looking up past financial data would tell you what the future holds, the Forbes 400 [list of the wealthiest people] would consist of librarians. […] Investors sould be skeptical of history-based models.
  • When the financial history of this decade is written, it will surely speak of the Internet bubble of the late 1990s and the housing bubble of the early 2000s. But the U.S. Treasury bond bubble of late 2008 may be regarded as almost equally extraordinary.
  • Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns.
  • [Although Freddie Mac and Fannie Mae, the two biggest lending companies in the US have been supervised by OFHEO, the federal regulator], whose more then 100 employees had no job except the oversight of these two institutions, [they failed totally]
  • Fannie and Freddie became the most intensely-regulated companies of which I am aware, as measured by manpower assigned to the task [of controlling the two].
  • Improved „transparency“ – a favorite remedy of politicians, commentators and financial regulators for averting future train wreck – won’t cure the problems that derivatives pose.
  • When I read the pages of „disclosure“ in 10-Ks of companies that are entangled with these instruments, all I end up knowing is that I don’t know what is going on in their portfolios (and then I reach for some aspirin).
  • The CEO of any large financial organization must be the Chief Risk Offices as well.
  • If you decide to leave during the day’s [=annual meeting] question periods, please do so while Charlie is talking.


Des Pudels Kern im „Bankenkrieg“
1. März 2009, 11:24
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Wieso diese Angriffe auf die UBS? Wieso steht unser Steuer-Paradies (!!!) so am Pranger? Die Antwort gibt Teil drei von der BBC-Sendung “Max Keiser’s Oracle”:

  1. Der Fehler wurde gemacht, wie hier schon mal angedeutet, als die Grossbanken in die USA gingen. Dieser Schritt ist wohl rückgängig zu machen.
  2. Wieso schiesst man gerade auf die Schweiz? Weil alle anderen Steuerparadise (Kayman Island, Bahamas, Monaco, …) dieses Geld selbst verwalten wollen!! Hier geht es doch nicht um Moral sondern um rein wirtschaftliche Interessen! Das ist purer „Wirtschaftskrieg“! Umso mehr sollte unsere Regierung mit aller Deutlichkeit sich dagegen wehren und nicht ständig „Konzessionen“ machen.
  3. Wenn Geld in die USA fliesst, hilft dies dem USD. Die USA kann damit weiter Geld ausgeben (welches ihr nicht gehört) und die Bürger ruhig behalten. (Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass dies passieren wird)
  4. Ein möglicherweise nächster Punkt: Die Schweiz kauft – im Verhältnis zum verwalteten Geld – zu wenig US-Staatspapiere und beteiligt sich damit nicht an der Finanzierung der Dummheiten der amerikanischen Regierung (zum Glück!!).
    Who is financing the US debt?

  5. Zu den Vorschlägen der SVP (keine Guantanamo-Flüchtlinge, in den US gelagertes Gold soll zurück) meint einer der Kommentatoren: „This is not a bad idea at all!“
  6. Das Orakel meint: „Swiss banking secret will survive“ – uff…
  7. Doch dann dieses Orakel: „US claimes to have ‚misplaced‘ Swiss Gold“
  8. Was das zu bedeuten hat zeigt das nächste Orakel: „Swiss Franc collapses on capital flight




Konsequenzen aus dem Fall UBS
27. Februar 2009, 16:47
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In seiner wöchentlichen Sendung „Wallstreet unspun“ beschäftigt sich Peter Schiff in dieser Woche auch mit der UBS. In seinen Augen war der Kauf der US-Firmen durch die UBS (und auch jene Käufe der CS) in den Jahren 1999/2000 der grösste Fehler der Institute. Damit haben sie sich ein (absehbares) Risiko an Bord geholt, welches sie nun an den Rand des Ruins führt.

Seiner Meinung nach hat das Vorgehen der US-Regierung (und das Einlenken der Schweizer Behörden) folgende Konsequenzen:

  • Unternehmen überlegen sich 2 oder 3 Mal, ob sie in Zukunft Niederlassungen in den USA errichten wollen, da sie davon ausgehen müssen, dass die Regierung in Washington sich einen Deut darum kümmert, ob da noch Recht eines anderen Staates eine Rolle spielt. Wer seinen Fuss in den USA hat, hat ihn bereits im Gefängnis. Das kann keine nachhaltige Strategie sein.
  • US-Kunden, die bisher bei Schweizer Banken zuhause waren, die ihrerseits Niederlassungen in den USA haben, werden ihre Gelder von dort abziehen und das Geld zu Instituten bringen, die keine Niederlassungen in den USA haben.

UBS, es wird Zeit, dass du den US-Arm amputierst! Und die CS soll davon lernen…



Wer soll das bezahlen, Teil 2
27. Februar 2009, 08:36
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Der staatlich kontrollierte grösste US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im Schlussquartal 2008 einen enormen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar erlitten. Im Gesamtjahr erreichte das Minus damit schwindelerregende 58,7 Milliarden Dollar.

[…]

Die Krise an den Haus- und Kreditmärkten könnte 2009 sogar noch schlimmer werden, warnte Fannie Mae am Donnerstagabend in Washington.

[…]

Das vom Finanzministerium im Herbst aufgelegte Programm sieht für für Fannie und Freddie jeweils mögliche Kapitalspritzen von bis zu 100 Mrd. Dollar vor.

Quelle: NZZ Online

Nur so zur Erinnerung: Diese Zombi-Bank (gerechnetes negatives Kapital) hat – soweit mir bekannt – noch nicht einen einzigen Mitarbeiter entlassen! Die Strukturen bleiben erhalten. Die Verluste bleiben hoch und werden noch höher. Man erinnere sich nur an die schon einmal vorgestellte Grafik.

Dazu kommt: Woher kommt denn das Geld? Auch wenn es in der Bank „Eigenkapital“ sein sollte, beim Geldgeber Staat bleibt es Fremdkapital bzw. Steuersubstrat (der Zukunft).

Hier gibt es nur eine Lösung: Freddy und Fannie müssen so schnell wie möglich pleite gehen!