Mex’s Blog


SNB in Spendierlaune
1. Juni 2009, 20:04
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Alle Blicke richten sich aktuell auf die USA und ihre unglaubliche Ausweitung der Geldmenge (Inflation) durch Bedrucken von Papier. Allen Ortes spricht man von einem Hyperinflationsszenario, welches von Marc Faber „zu 100%“ erwartet wird. Aber wie steht es mit der Geldmenge in der Schweiz aus? Kurz: Ich war geschockt, als ich die Grafik sah (Quelle: SNB):

Geldmenge SNB

Innerhalb weniger Monate (seit September 2008) hat die SNB die Geldmenge von rund CHF 45 Mia. auf CHF 117 Mia. mehr als verdoppelt! Der Wert unseres Geldes hat sich somit innert kürzester Zeit halbiert. Natürlich gibt es da spezielle Formeln, wie man alles ganz genau ausrechnen kann, doch die lasse ich bewusst weg. Die Aufmerksamkeit soll ganz alleine dieser Hockey-Stick-Grafik gelten.

Wer glaubt an die Hüter unserer Währung am Bundesplatz und dass sie es schaffen, die Schrauben rechtzeitig wieder anzuziehen? Ich nicht… Sorry, Jungs… Mein Entschluss, mich weiter mit Gold einzudecken hat sich soeben nochmals deutlich bestätigt… Und wenn die SNB etwas gut machen will, dann kauft sie jetzt auch Gold, damit die Geldmenge wenigstens mit etwas Wertvollerem als Luft gedeckt ist…

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Gold und Silber lieb‘ ich sehr
23. Mai 2009, 14:21
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Wie geht doch schon wieder ein bekanntes Volkslied, welches auch gerne von Studentenverbindungen gesungen wird?

Gold und Silber lieb‘ ich sehr,
kann’s auch gut gebrauchen,
hätt‘ ich doch ein ganzes Meer,
mich hinein zu tauchen;
’s braucht nicht grad geprägt zu sein,
hab’s auch so ganz gerne,
sei’s des Mondes Silberschein,
sei’s das Gold der Sterne.

Einmal mehr sind mir die aktuellen Zahlen des „World Gold Council“ ins Auge gestochen: Die Nachfrage nach Gold kletterte innert Jahresfrist 38%. Den Löwenanteil des Wachstums machen die Gold-ETFs  und die Käufe von Goldbarren und -münzen aus (+248%). Besonders aktive Käufer kamen aus Deutschland (+400%), der Schweiz (+437%) und aus den USA (+216%). Der kleine Mann scheint mir gar nicht mal so dumm zu sein. Er sorgt vor und wartet nicht ab, bis die Bank ihm etwas empfiehlt…

Bezüglich Silber gibt es anzumerken, dass offenbar die spekulativen Positionen abgenommen haben (Quelle: Finanz und Wirtschaft, 23. Mai 2009, Seite 37), was für weniger verzerrte Preisen gut ist. Der Anstieg des Silberpreises ist also fundamental bedingt. Keine schlechte Ausgangslage, um Silber in den nächsten Monaten gestaffelt zu kaufen.

Da werden sich einige an das alte Lied erinnert haben – allerdings begnügen Sie sich nicht mit dem Glanz des Mondes oder der Sterne…



Sture Markttechniker gewinnen
17. Mai 2009, 10:48
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Wieder einmal habe ich in alten Ausgaben der ‚Finanz und Wirtschaft‘ gewühlt und bin dabei auf interessante Artikel gestossen. Nur sehr wenige, meist gutbezahlte Analysten haben 2007 und teilweise sogar noch 2008 gute Anlagetipps gegeben. Viel jedoch lagen total daneben.

So etwa Tobias Levkovich, US-Chefstratege für Aktien von Citi, der im Interview vom 20. August 2008 etwa riet:

Die Investoren interessieren sich immer noch für Energie- und Bergbauaktien und sträuben sic gegen Finanzwerte. Für mich ist das ein Kaufsignal.

Jedes Mal, wenn die Teuerung ihren Höhepunkt überschritten hatte, war jeweils der Zeitpunkt gekommen, Finanzwerte zu kaufen und Energiewerte abzustossen.

Beide Aussagen sind in sich völlig korrekt. Nur stimmt der Zeitpunkt nicht. Die Inflation (Geldmengenwachstum) hat keinesfalls abgenommen. Das als „Deflation“ umschriebene Phänomen war eher ein Luftablassen von überschossenen Preisen, hat aber mit der Geldmenge nichts zu tun. Inflation bleibt weiter das grösste Problem und so sind Bankaktien nicht interessant und Minenaktien hingegen günstig.

Alfons Cortés lag dagegen mit seiner Einschätzung zur UBS am 9. Mai 2007 völlig richtig. In seiner wöchentlichen Kolumne „Der Markttechniker“ riet er von der UBS ab:

Obwohl ihre Titel [der UBS] von Analysten dies- und jenseits des Atlantiks unermüdlich bis vor wenigen Tagen empfohlen und UBS als Unternehmen besser als die Konkurrenz, insbesondere als Credit Suisse, beurteilt wurde, entwickelt sich der Aktienkurs eher mässig.

Wer nicht mit Aktien handeln will, sondern sie kauft, um sie möglichst lange zu halten, ist mit UBS […] relativ schlecht bedient. Gerade jetzt, da die relative Schwäche des Titels mit Schlagzeilen, die Enttäuschungen verraten, ins Bewusstsein breiter Kreise gebracht wird, ist nicht mit der Entstehung einer neuen Hackordnung unter Bankaktien zu rechnen. Überdies weisen die Instrumente, die der technischen Analyse zur Verfügung stehen, nicht darauf hin, dass die UBS-Valoren zu einem Favoriten in der Bankszene zu werden versprechen.

Treffer!



Abnehmender Grenznutzen
9. Mai 2009, 14:25
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BWL-Studenten dürfte das Beispiel bekannt vorkommen: Das erste Steak isst man mit grosser Freude. Sein Nutzen (Energiezuführung) für den Körper und das Glücksempfingen für den fleischfressenden Menschen ist gross. Evtl. mag er auch ein zweites Stück. Bei vielen setzt spätestens dann das Völlegefühl ein. Der Grenznutzen eines zusätzlichen Stücks nimmt also ab. Noch ein Steak? Puhh… Lieber nicht. Die Gefahr, sich übergeben zu müssen (nevativer Grenznutzen) steigt.

Genau so geht es mit den Konjunkturpaketen (bzw. den Schulden von Staaten), welche hüben wie drüben geschnürt werden. In den USA ist der Grenznutzen eines zusätzlich ausgegebenen, als Kredit aufzunehmenden oder zu druckenden Dollars inzwischen schon so gering, dass der negative Grenznutzen schon sehr real erscheint.

Nutzen von einem zusätzlichen USD Verschuldung

Nutzen von einem zusätzlichen USD Verschuldung

Die Aussage: „Bisher hat es noch immer genützt, wenn wir die Wirtschaft stimuliert haben!“ ist damit – abgesehen davon, dass dieses Mantra falsch ist, wenn man sich dazu verschuldet – widerlegt.

Wir dürften es also erleben, dass die Politik wie verrückt Geld in den Umlauf bringt und sich wundert, wieso die Antwort der Marktwirtschaft „Hyperinflation“ lautet.

Deshalb: Mitmachen in der Facebook-Gruppe „Wir wollen keine Konjunkturpakete„.



Schach! – und bald Schach Matt!
3. Mai 2009, 14:39
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Was für den Privaten völlig abstrus und unverständlich erscheint, ist für einige Notenbanken zum Allerheilmittel gegen die Krise geworden: Man kauft die Schulden des eigenen Landes auf und druckt zur Begleichung der Papiere Geld „out of thin air“. Was unter Volkswirten als Misterstück gilt, erscheint mir hingegen als Kartenspielertrick, der dem Grundsatz der Einfachheit widerspricht und ein Risiko sondergleichen aufbaut: Inflation!

Mit dem Ziel die Zinsen der Papiere tief und den Kurs der Anleihen hoch zu halten, versucht man sich gegen den natürlichen Drang zu stämmen. Dieser Drang kommt von all jenen, welche diese Papiere verkaufen wollen, den Kurs somit drücken und die Zinsen steigen lassen. Wie erfolgreich war die amerikanische Nationalbank FED in den letzten Wochen damit?

“The Fed has purchased $73.742 billion of Treasury securities between March 23, 2009 and April 27, 2009. The chart below indicates the Fed has not succeeded in guiding Treasury securities lower after the announcement. The goal of the purchase program is to buy $300 billion of longer-term Treasury securities over a six-month period. Effectively, the Fed has roughly $226 billion of Treasury securities more to purchase under this program.“
Quelle: ritholz.com

Das Programm zum Aufkauf dieser Schulden („Quantitative Easing“) wurde Mitte März initialisiert. Damals sanken die Zinsen schlagartig, der Preis stieg (weil ein zusätzlicher Käufer auf dem Markt auftritt). Doch seit dem sind die Zinsen wieder angestiegen und erreichen ein Niveau, welches in der Technischen Analyse als „Widerstand“ bezeichnet wird.

Wenn es die FED nicht geschafft hat, die Zinsen tief zu halten und genügend Kaufkraft in die Waagschale werfen kann, so ist es nur noch eine Frage der (kurzen) Zeit, bis die Verkäufer noch stärker die Überhand gewinnen. Wer will sein Geld in so unsicheren, wertvernichtenden Papieren anlegen, wenn anderen Ortes (Australien, Südafrika) höhere Renditen mit besserem Risikoprofil winken? Niemand!

Sollten die Kurven in den nächsten Tagen oder Wochen über diesen Widerstand steigen, ist mit einer ersten Ausverkaufswelle zu rechnen. Darunter wird auch der US-Dollar leiden. Damit wäre auch die Büchse der Pandora mit der Inflation geöffnet worden. Um den Abfluss von Geld aus den Obligationenmärkten einzudämmen, müssten die Zinsen erhöht werden. Doch das würde der Wirtschaft schaden…

Die USA stehen volkswirtschaftlich im „Schach“. Mit dem nächsten Zug legen sie sich ins Grab, welches sie sich selbst geschaufelt haben. Schach Matt!



Peter Brabeck wieder deutlich
4. April 2009, 15:33
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Im Interview mit der Weltwoche (Ausgabe 13.09) braucht Peter Brabeck, VR Präsident von Nestlé einmal mehr deutliche Worte, die man durchaus zitieren darf:

Vor fünfzehn Jahren noch waren mehrheitlich Schweizer Arktionäre der Nestlé. […] Heute sind Schweizer Aktionäre bei Nestlé in der Minderheit. Gleichzeitig verlangen diese Leute Dinge, als wenn sie die Besitzer von Nestlé wären. Jedes Mal, wenn ich die Zeitung lese, habe ich das Gefühl, wir gehörten zu 100 Prozent der Schweiz. Wo ist da die Kohärenz? […] Ich wäre glücklich, wenn wir 76 Prozent Schweizer Aktionäre hätten.

Also, liebe Leser: Kauft Nestlé – nicht nur weil sie aktuell günstig zu haben sind…

Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig in der Öffentlichkeit Klarheit über die Ursachen der Wirtschaftskrise besteht. […] Der Grund ist eine politische Entscheidung der Clinton-Regierung und des amerikanischen Kongresses. Im Herbst 1999 hat Clinton den Befehl herausgegeben, dass die Banken jedem Amerikaner Kredit gewähren müssen für ein eigenes Haus, auch wenn die wirtschaftliche Grundlage fehlt. […] Wenn er [Obama] Milliarden zur Verfügung stellt, damit jeder Amerikaner sein Haus behalten kann, egal, ob er Geld hat oder nicht, ist das die Wiederholung von 1999.

Wunderbar!!

Wenn […] die Obama-Regierung Milliarden zur Unterstützung der Wirtschaft investiert, dann stehen wir am Anfang einer grossen Inflation.

Die grösste Gefahr am Horizont:

Die Lebensmittelkrise, in die wir schlittern, wird mindestens so drastische Auswirkungen haben wie die Finanzkrise. Das ist sozial höchst explosiv. […] Schuld ist die Erhöhung der Lebensmittelpreise. Laut OECD sind die Preiserhöhungen zu über 60 Prozent dem Biotreibstoff zuzuschreiben. […] Allein in den USA werden jährlich 130’000 Tonnen Mais in Biotreibstoffe umgewandelt.

Womit wir mal wieder beim staatlich verursachten Bullshit wären (siehe Immobilienanreiz oben)



Obama – you are a dreamer!
25. März 2009, 08:41
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Wie lange schafft es wohl Barack Obama noch, sein Volk hinter’s Licht zu führen und mit PR-schwangeren, faktenverdrehenden Worten die Bürger bei Laune zu halten? Ich gebe ihm kein Jahr mehr. Ende 2009 werden die ersten T-Shirt und „Bumper-Sticker“ mit Obama auf dem Müll landen – an einem Ort also, an dem auch seine Politik hingehört. Hier ein paar Zitate, über die man nur den Kopf schütteln kann:

Der [Haushalts-]Etat [von USD 3,6 Bio.] «ist eine Strategie, um Jobs zu schaffen, verantwortungsbewussten Hausbesitzern zu helfen, die Kreditvergabe wieder anlaufen zu lassen und unsere Wirtschaft auf lange Sicht auszuweiten.
Quelle: NZZ Online

Ach, was sind wir doch für Dummköpfe, dass wir unser Bundesbudget nicht auch so gigantisch aufblasen, um Arbeitsplätze zu schaffen..! Dabei vergisst Obama, dass die Arbeitsplätze nur dann erhalten bleiben, wenn der Staat weiterhin diese Summen ausgibt. Wieso entstehen die Arbeitsplätze nicht auch so?

„Verantwortungsbewusste“ Hausbesitzer sollen weiter überzahlte Preise bezahlen? Hallo?!? Genau das tun „verantwortungsbewusste“ Hausbesitzer eben NICHT!

Die Wirtschaft auf lange Sicht ausweiten? Fast richtig. Besser wäre: „Die Staatsschuld auf lange Sicht ausweiten“.

Seine Pläne böten ein solideres Fundament für die Erholung der Wirtschaft, die sicherstelle, dass den USA in den kommenden zehn oder 20 Jahren keine weitere solche Krise drohe.
Quelle: NZZ Online

Solides Fundament? Glaubt er an den Osterhasen? DAS soll ein solides Fundament sein? Hingegen hat er Recht, wenn er für die nächsten 20 Jahre keine weitere Krise verspricht. Bis dann wird die USA noch an der aktuellen Krise zu beissen haben..

Den neuesten Vorschlag Pekings nach einer Abkehr vom Dollar als Leitwährung lehnte Obama rundheraus ab. «Ich glaube, dass es keinen Bedarf für eine neue Leitwährung gibt.» Zudem sei der Dollar derzeit stark, fügte er hinzu.
Quelle: Blick Online

Ablehnen? Ach, er kann das? Müssen die anderen Länder bei ihm Antrag stellen? Wie überheblich ist die USA hier? Wie überschätzt er sich hier doch gewaltig!

Kein Bedarf für eine neue Leitwährung? Das ist wohl der grösste Witz seit Jahren! Der Markt wird seine Meinung deutlich äussern, was er von den Ideen Obamas hält. Ja, der USD ist aktuell stark. Doch wer den Kursverlauf über mehrere Jahre anschaut, stellt fest, dass es grundsätzlich nur eine Richtung gibt: Abwärts. Dieser Trend wird sich schon bald verstärken.

Die USA ist bankrott, die Staatsobligationen sind Junk/Schrott und der USD ist nicht mal das Papier wert auf dem er gedruckt ist.  Obama führt sein Volk geradeaus und mit wehenden Fahnen ins Verderben. Obama – you are a dreamer!