Mex’s Blog


Wer schwimmt wird nass. Logisch, oder?
29. Juli 2009, 19:10
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Gestern diskutierte ich mit einem Banker (Privatkundenberater) im Zug über die aktuelle Finanzkrise Wirtschaftskrise. Seine Aussagen haben mich herausgefordert. Ein paar Beispiele (sinngemäss):

Mex: Was rätst du heute deinen Kunden? Wohin sollen sie mit dem Geld?
Banker: Ich rate ihnen schon eher zur Vorsicht.
Mex: Ach, und wann hast du ihnen das letzte Mal nicht zur Vorsicht geraten, sondern zu Leichtsinn?
Banker: …

Mex: Schlecht geführte Unternehmen müssen bankrott gehen – alle! Auch die UBS wenn es sein muss.
Banker: Aber die UBS ist doch systemrelevant!
Mex: Was ist ’systemrelevant‘? Sollten wir wirklich in einer Marktwirtschaft leben, dürfte es gar kein ’systemrelvantes‘ Konstrukt geben! Das wäre entweder ein Monopol oder dann der Staat.
Banker: Aber wir können doch nicht die UBS untergehen lassen?
Mex: Wieso nicht? Das ist doch echte Marktwirtschaft, wo der Gute den Schlechten überlebt!
Banker: …

Die wichtigste Passage ist für mich „wir können doch nicht…“ (oder auch oft: „man kann doch nicht…“). Genau daran krankt unsere Gesellschaft. Wir sind eben doch verweichlicht (Beispiel: Siehe „Alpenfestung“ auf SF) und stören uns nur schon daran, wenn wir einen Schritt zurück machen, auf liebgewordene Dinge verzichten und uns etwas beschränken müssen. Mein Vergleich dazu:

Wer an einem Fluss steht und auf die andere Seite muss, nimmt normalerweise die Brücke oder ein Boot. Beides sind Annehmlichkeiten. Sind diese jedoch temporär nicht vorhanden oder nicht funktionstüchtig (Brücke zerstört, Boot leckgeschlagen) so gibt es keinen anderen Weg als an die andere Seite zu schwimmen. Wer jetzt ruft: „Wir können doch nicht schwimmen, denn dann würden wir ja nass!“ verliert das Ziel aus den Augen. Hier geht es darum, an die andere Seite zu kommen und nicht trocken zu bleiben.

Und daher: Wer diese Krise überstehen will, muss kurzfristige Einbussen in Kauf nehmen und sich auf die grundsätzlichen Dinge konzentrieren. Eine starke Führung ist hier gefordert, die unbequeme Dinge durchsetzen kann. Aber diese kennen ja immer weniger aus der Zeit im Militär – kein Wunder also, scheuen wir das Wasser…



Papst Kommunist XVI
7. Juli 2009, 16:09
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Jetzt schlägt’s Dreizehn!

Auch der Papst hat offensichtlich das Vertrauen in die bestehende Ordnung verloren. „Dringend nötig“, um die Weltwirtschaft zu steuern, sei „das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität“ jenseits von Uno und WTO. […]

Benedikt XVI. schwebt eine Art ständiger Krisengipfel vor, „um die Weltwirtschaft zu steuern“, die Ökonomien zu sanieren, „den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren“ […]

Kurzum, es geht um nichts geringeres als eine Weltregierung pro bonum contra malum. […]

Kein Wort mehr davon, dass der freie Markt „das wirksamste Instrument für den Einsatz der Ressourcen und für die beste Befriedigung der Bedürfnisse“ zu sein scheine. […]

Die Unternehmensführer dürften „nicht allein auf die Interessen der Eigentümer achten“

Quelle: Spiegel Online

Immerhin hat der Papst offenbar doch noch ein paar gute Ideen, allerdings frage ich mich, wie diese beiden Seiten zusammenpassen können…

Die Gewerkschaften […] sollen sich […] aus der Politik heraushalten. […]

In der Entwicklungspolitik lobt die Enzyklika das Werkzeug Mikrokredite, um die Eigenverantwortung zu fördern. […]

Internationale Organisationen müssen sich „nach der tatsächlichen Wirksamkeit ihrer oft viel zu kostspieligen bürokratischen Verwaltungsapparate fragen“.

Quelle: Spiegel Online

Das Wissen über den Liberalismus ist wirklich extremst schlecht verbreitet. Sogar der Papst kann Liberalismus nicht mehr von Kommunismus unterscheiden – wobei: Die Katholische Kirche kann man ja nicht wirklich als liberal bezeichnen. Sie finanziert sich ja nicht durch Leistungen, sondern über Steuern…

Wenn es hart auf hart zu und her geht (ob in der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Familie), so soll man sich in erster Linie am Grundsätzlichen orientieren, das hat sich fast immer bewährt. Hier wäre das echter (!) Liberalismus, einfache Regeln und nicht neue, komplizierte, unkontrollierbare Oberaufsichten.

…Ich höre schon die Verschwörungsgläubigen, die darin den nächsten Schritt zur NWO sehen.



1,5 Jahren um die Krise zu verstehen – oder nicht
19. Mai 2009, 11:11
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Achtung Welt, hier kommt die Lösung der Wirtschaftskrise! Was tun Politiker, wenn sie ein Problem erkennen? Ja, sie setzen eine Kommission ein. Die NZZ Online schreibt dazu:

Der amerikanische Kongress hat die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur weltweiten Finanzkrise beschlossen. […] Der Untersuchungsausschuss zur Finanzkrise soll auch Empfehlungen zur Verhinderung ähnlicher Krisen abgeben. […] Bis Ende kommenden Jahres [Dezember 2010!!!] soll der Ausschuss einen Bericht mit Empfehlungen für die Zukunft vorlegen.

Jetzt geht es aber rassig. Anderhalb Jahre haben die Politiker Zeit die Gründe der Krise zu finden. Was das wohl wieder kosten wird? Und ob sie die richtigen Schlüsse ziehen werden? Der Ausschuss besteht aus 6 Demokraten und 4 Republikaner – wer das wohl sein mag?

Der Auftrag ist etwas zu eng gefasst:

Gemeinsam sollen sie untersuchen, inwiefern etwa die amerikanische Notenbank Fed, einzelne Unternehmen, das Unternehmensrecht oder bestimmte Praktiken des Investments zu der Krise beigetragen haben.

Und was ist mit dem Staat und der Regierung? Ist dies nicht auch ein möglicher Problemherd???

Da die Ergebnisse kaum das Problem beim Namen nennen werden (Staats- und Politikversagen), bin ich froh, dass die Resultate so spät kommen, denn so werden noch grössere Fehler vermieden. Viel einfacher ginge es, wenn die 10 Mitglieder des Ausschuss‘ Peter Schiff’s Buch lesen würden. Das geht schnell, ist einfach verständlich, günstig und die Lösungen sind ebenfalls schon beschrieben.



When all else fails, politicians take their nation to war
15. Mai 2009, 22:05
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Die Zeilen sind einfach zu einzigartig, als sie zu verstecken oder sie nicht noch einmal zu publizieren. Sie stammen von Gerald Celente und sind datiert mit dem 13. Mai 2009. Lasst uns in ein paar Monaten oder Jahren sehen, wie es gekommen ist:

The biggest financial bubble in history is being inflated in plain sight, said Gerald Celente, Director of The Trends Research Institute. „This is the Mother of All Bubbles, and when it explodes,“ Celente warns, „it will signal the end to the boom/bust cycle that has characterized economic activity throughout the developed world.“

Either unwilling or unable to call the bubble by its proper name, the media, Washington and Wall Street describe the stupendous government expenditures on rescue packages, stimulus plans, buyouts and takeovers as emergency measures needed to salvage the severely damaged economy. „All of this terminology is econo-jargon,“ said Celente. „It’s like calling torture ‚enhanced interrogation techniques.‘ Washington is inflating the biggest bubble ever: the ‚Bailout Bubble.‘

„This is much bigger than the Dot-com and Real Estate bubbles which hit speculators, investors and financiers the hardest. However destructive the effects of these busts on employment, savings and productivity, the Free Market Capitalist framework was left intact. But when the ‚Bailout Bubble‘ explodes, the system goes with it.“

The economic framework of the United States has been restructured. Federal interventionist policies have given the government equity stakes, executive powers and management control of what was once private enterprise. To finance these buyouts, rescue and stimulus packages — instead of letting failed businesses fail and bankrupt banks and bandit brokerages go bankrupt — trillions of dollars are being injected into the stricken economy.

Phantom dollars, printed out of thin air, backed by nothing … and producing next to nothing … defines the „Bailout Bubble.“ Just as with the other bubbles, so too will this one burst. But unlike Dot-com and Real Estate, when the „Bailout Bubble“ pops, neither the President nor the Federal Reserve will have the fiscal fixes or monetary policies available to inflate another.

With no more massive economic bubbles left to blow up, they’ll set their sights on bigger targets. „Given the pattern of governments to parlay egregious failures into mega-failures, the classic trend they follow, when all else fails, is to take their nation to war,“ observed Celente.

Since the „Bailout Bubble“ is neither called nor recognized as a bubble, its sudden and spectacular explosion will create chaos. A panicked public will readily accept any Washington/Wall Street/Main Stream Media alibi that shifts the blame for the catastrophe away from the policy makers and onto some scapegoat.

„At this time we are not forecasting a war. However, the trends in play are ominous,“ Celente concluded. „While we cannot pinpoint precisely when the ‚Bailout Bubble‘ will burst, we are certain it will. When it does, it should be understood that a major war could follow.“

Quelle: http://www.trendsresearch.com/



Peter Brabeck wieder deutlich
4. April 2009, 15:33
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Im Interview mit der Weltwoche (Ausgabe 13.09) braucht Peter Brabeck, VR Präsident von Nestlé einmal mehr deutliche Worte, die man durchaus zitieren darf:

Vor fünfzehn Jahren noch waren mehrheitlich Schweizer Arktionäre der Nestlé. […] Heute sind Schweizer Aktionäre bei Nestlé in der Minderheit. Gleichzeitig verlangen diese Leute Dinge, als wenn sie die Besitzer von Nestlé wären. Jedes Mal, wenn ich die Zeitung lese, habe ich das Gefühl, wir gehörten zu 100 Prozent der Schweiz. Wo ist da die Kohärenz? […] Ich wäre glücklich, wenn wir 76 Prozent Schweizer Aktionäre hätten.

Also, liebe Leser: Kauft Nestlé – nicht nur weil sie aktuell günstig zu haben sind…

Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig in der Öffentlichkeit Klarheit über die Ursachen der Wirtschaftskrise besteht. […] Der Grund ist eine politische Entscheidung der Clinton-Regierung und des amerikanischen Kongresses. Im Herbst 1999 hat Clinton den Befehl herausgegeben, dass die Banken jedem Amerikaner Kredit gewähren müssen für ein eigenes Haus, auch wenn die wirtschaftliche Grundlage fehlt. […] Wenn er [Obama] Milliarden zur Verfügung stellt, damit jeder Amerikaner sein Haus behalten kann, egal, ob er Geld hat oder nicht, ist das die Wiederholung von 1999.

Wunderbar!!

Wenn […] die Obama-Regierung Milliarden zur Unterstützung der Wirtschaft investiert, dann stehen wir am Anfang einer grossen Inflation.

Die grösste Gefahr am Horizont:

Die Lebensmittelkrise, in die wir schlittern, wird mindestens so drastische Auswirkungen haben wie die Finanzkrise. Das ist sozial höchst explosiv. […] Schuld ist die Erhöhung der Lebensmittelpreise. Laut OECD sind die Preiserhöhungen zu über 60 Prozent dem Biotreibstoff zuzuschreiben. […] Allein in den USA werden jährlich 130’000 Tonnen Mais in Biotreibstoffe umgewandelt.

Womit wir mal wieder beim staatlich verursachten Bullshit wären (siehe Immobilienanreiz oben)



Obama – you are a dreamer!
25. März 2009, 08:41
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Wie lange schafft es wohl Barack Obama noch, sein Volk hinter’s Licht zu führen und mit PR-schwangeren, faktenverdrehenden Worten die Bürger bei Laune zu halten? Ich gebe ihm kein Jahr mehr. Ende 2009 werden die ersten T-Shirt und „Bumper-Sticker“ mit Obama auf dem Müll landen – an einem Ort also, an dem auch seine Politik hingehört. Hier ein paar Zitate, über die man nur den Kopf schütteln kann:

Der [Haushalts-]Etat [von USD 3,6 Bio.] «ist eine Strategie, um Jobs zu schaffen, verantwortungsbewussten Hausbesitzern zu helfen, die Kreditvergabe wieder anlaufen zu lassen und unsere Wirtschaft auf lange Sicht auszuweiten.
Quelle: NZZ Online

Ach, was sind wir doch für Dummköpfe, dass wir unser Bundesbudget nicht auch so gigantisch aufblasen, um Arbeitsplätze zu schaffen..! Dabei vergisst Obama, dass die Arbeitsplätze nur dann erhalten bleiben, wenn der Staat weiterhin diese Summen ausgibt. Wieso entstehen die Arbeitsplätze nicht auch so?

„Verantwortungsbewusste“ Hausbesitzer sollen weiter überzahlte Preise bezahlen? Hallo?!? Genau das tun „verantwortungsbewusste“ Hausbesitzer eben NICHT!

Die Wirtschaft auf lange Sicht ausweiten? Fast richtig. Besser wäre: „Die Staatsschuld auf lange Sicht ausweiten“.

Seine Pläne böten ein solideres Fundament für die Erholung der Wirtschaft, die sicherstelle, dass den USA in den kommenden zehn oder 20 Jahren keine weitere solche Krise drohe.
Quelle: NZZ Online

Solides Fundament? Glaubt er an den Osterhasen? DAS soll ein solides Fundament sein? Hingegen hat er Recht, wenn er für die nächsten 20 Jahre keine weitere Krise verspricht. Bis dann wird die USA noch an der aktuellen Krise zu beissen haben..

Den neuesten Vorschlag Pekings nach einer Abkehr vom Dollar als Leitwährung lehnte Obama rundheraus ab. «Ich glaube, dass es keinen Bedarf für eine neue Leitwährung gibt.» Zudem sei der Dollar derzeit stark, fügte er hinzu.
Quelle: Blick Online

Ablehnen? Ach, er kann das? Müssen die anderen Länder bei ihm Antrag stellen? Wie überheblich ist die USA hier? Wie überschätzt er sich hier doch gewaltig!

Kein Bedarf für eine neue Leitwährung? Das ist wohl der grösste Witz seit Jahren! Der Markt wird seine Meinung deutlich äussern, was er von den Ideen Obamas hält. Ja, der USD ist aktuell stark. Doch wer den Kursverlauf über mehrere Jahre anschaut, stellt fest, dass es grundsätzlich nur eine Richtung gibt: Abwärts. Dieser Trend wird sich schon bald verstärken.

Die USA ist bankrott, die Staatsobligationen sind Junk/Schrott und der USD ist nicht mal das Papier wert auf dem er gedruckt ist.  Obama führt sein Volk geradeaus und mit wehenden Fahnen ins Verderben. Obama – you are a dreamer!



Nationalbank im Hoch
14. März 2009, 21:34
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Von links bis rechts erhält unsere Nationalbank (SNB) Zustimmung für ihre Politik. Den Gipfel der Euphorie hat sie erreicht, als Jean-Pierre Roth anlässlich der SwissAwards im Januar den Preis in der Kategorie „Wirtschaft“ erhalten hat. Letzte Woche hat die SNB nun ein weiteres Mal die Zinsen gesenkt. Die Reaktionen waren wiederum positiv.

So viel einheitliche Meinung macht mich höchst skeptisch!

Könnte es sein, dass die SNB mit ihrer Politik (wieso spricht man eigentlich hier von Politik, wenn die SNB doch unabhängig von der Politik handeln soll? Wieso sagt man nicht „Strategie“?) der tiefen Zinsen, dem Aufkauf von fremden Währungen / Verkauf von CHF und der möglicherweise noch kommenden quantitativen Lockerung ein zu hohes Risiko eingeht? Werden die ganz schlechten Szenarien auch durchgespielt? Was wenn plötzlich alle diese Währungen (im besonderen der USD) stark einfallen. Hier macht die SNB doch massiv Verlust?! Will sie dann unser Gold verkaufen? (Gott behüte uns davor!!!) Könnte der CHF dann plötzlich in einen Abwärtsstrudel geraten?

Aufgeschreckt hat mich eine Aussage von Jim Rogers. Nachdem sich der Bund und die Nationalbank an der Stützung der UBS beteiligt haben, hat er nicht nur sein Vermögen von der UBS weggenomen, sondern auch gleich einen düsteren Ausblick für den CHF gegeben. Und nun steht im Blog „The big picture“ dieser Satz:

„Whatever their reasons, the Swiss have opened Pandora’s box. […] Because China can now say, with some justification, that if the Swiss can manipulate their currency to make themselves more competitive, then why is it wrong for us? And how long do you think it will be until Japan tries once again to push the yen lower, with its export industries in tatters? And Korea? Taiwan? You can almost hear the announcement over the loudspeakers: “Gentlemen, start your engines!”

Gewiss, ein starker Franken ist ein Problem für die Exportindustrie und „hohe“ Zinsen tun unserer Wirtschaft nicht gut. Aber hey: „Hohe“ Zinsen heissen bei uns doch seit Jahren 4% aber keinesfalls 10%! Das werden wir also überstehen. Zudem führen höhere Zinsen zu besseren Anlagequalitäten. Nicht mehr jeder Blödsinn wird realisiert und finanziert. Wenn wir dann wirklich tiefere Zinsen haben wollten, können wir uns noch immer im Ausland bei ihren tiefen Zinsen finanzieren. Durch den stärker werdenden Franken werden unsere Schulden im Ausland zudem kleiner.

Wäre also nur noch die Exportindustrie, deren Arbeitsplätze abzuwandern drohen. Die Gefahr ist real. Aber das Klönen der Unternehmer ist meist grösser als die wirklichen Probleme. Qualität und Schweizer Zuverlässigkeit sind meiner Meinung nach wichtiger. Wenn wir zudem davon ausgehen, dass in vielen anderen Ländern die Krise sich weiter zuspitzt und mit Unruhen und politischen Verwerfungen zu rechnen ist, werden einige Firmen froh sein, in der – im Verhältnis zu den anderen Ländern – sicheren Schweiz produzieren zu können. Ein effizientes Steuersystem und die strikte Beibehaltung des Bankkundengeheimnis sind dabei auch noch nützlich.

Deshalb empfehle ich den anderen Weg: Zinsen anheben (damit nicht schon wieder eine Blase entsteht), KEINE Interventionen in den Währungen, kein ‚quantitative easing‘ und v.a. KEIN Gold verkaufen – eher KAUFEN!



Best of Warren Buffett 2009
6. März 2009, 00:02
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Every annual report of Berkshire Hathaway Inc. is special. Not only because it is written straight forward and thus so much different from all the PR-driven reports of other companies but also because it is very easy to read and understand. This might come from the process, how Berkshire Hathaway’s boss and investor legend Warren Buffett writes it: He thinks about writing a letter to a close relative and changes the „dear…“ into „To the Shareholders…“

Here comes my choice of statements I consider best in this year’s annual report:

  • „In God we trust; all others pay cash.“
  • In poker terms, the Treasury and the Fed have gone „all in“.
  • These once-unthinkable dosages [of liquidity] will almost certainly bring on unwelcome aftereffects […] one likly consequence is an onslaught of inflation.
  • In good years and bad, Charlie [Buffett’s investment partner] and I simply focus on four goals: […] dozens of sources of earnings and cash; […]; acquiring and develping new and varied streams of earnings; […]
  • When investing, pessimism is your friend, euphoria the enemy.
  • During 2008 I did some dumb things in investments. I made at least one major mistake of commission and several lesser ones that also hurt. […] I made some errors.
  • We enjoy such price declines if we have funds available to invrease our positions.
  • „Price is what you pay; value what you get.“ Ben Graham
  • Enjoyment and utility shoud be the primary motives for purchase [of home ownership], not profit or refinance possibilities.
  • [On borrowing costs] Today’s extreme conditions may soon end.
  • Local governments are going to face far rougher fiscal problems in the future then they have to date.
  • If merely looking up past financial data would tell you what the future holds, the Forbes 400 [list of the wealthiest people] would consist of librarians. […] Investors sould be skeptical of history-based models.
  • When the financial history of this decade is written, it will surely speak of the Internet bubble of the late 1990s and the housing bubble of the early 2000s. But the U.S. Treasury bond bubble of late 2008 may be regarded as almost equally extraordinary.
  • Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns.
  • [Although Freddie Mac and Fannie Mae, the two biggest lending companies in the US have been supervised by OFHEO, the federal regulator], whose more then 100 employees had no job except the oversight of these two institutions, [they failed totally]
  • Fannie and Freddie became the most intensely-regulated companies of which I am aware, as measured by manpower assigned to the task [of controlling the two].
  • Improved „transparency“ – a favorite remedy of politicians, commentators and financial regulators for averting future train wreck – won’t cure the problems that derivatives pose.
  • When I read the pages of „disclosure“ in 10-Ks of companies that are entangled with these instruments, all I end up knowing is that I don’t know what is going on in their portfolios (and then I reach for some aspirin).
  • The CEO of any large financial organization must be the Chief Risk Offices as well.
  • If you decide to leave during the day’s [=annual meeting] question periods, please do so while Charlie is talking.


Wirtschaftlicher Zwei-Fronten-Krieg
1. März 2009, 10:50
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Während alle europäischen Mainstream-Media-Augen gegen Westen schauen und den langsamen, aber sich verschnellernden Zusammenbruch der USA mitverfolgen, tut sich im Osten eine neue Front auf. Europa gerät in einen wirtschaftlichen Zwei-Fronten-Krieg!

Zweifellos ist die Aufmerksamkeit der USA gewiss: Mit Barack Obama ist ein Strahlemann am Ruder, der allen das Blaue vom Himmel verspricht und wie ein Messias verehrt wird. Dennoch sollten sich die Boulevard-Massen-Medien etwas davon lösen und ihren Blick nach Osten richten. Hier braut sich eine Katastrophe zusammen!

Finanziert durch billiges Geld wurde in Osteuropa so mancher Kredit (1.5 Bio) vergeben, den man nicht hätte vergeben dürfen. Nun fällt das Bankensystem zusammen und die Bürger werden wütend. Als Beispiel soll ein Artikel von heute aus der Times dienen: „East Europe in turmoil as economies totter

This year some $400 billion (£280 billion) is due for repayment by the east Europeans, equal to 33% of the region’s GDP. The spectre is of a cascade of defaults leading to a collapse of the eurozone and mass protests across Europe by enraged citizens.

[…]

“The problem is severe and the situation unstable. Resentment is growing because people are beginning to understand what is happening,” said Ivars Ijabs, professor of political science at Latvia University.

“Financial support from the EU must go together with political solidarity from the West, showing it cares about democracy. The weak democracies are vulnerable to populist movements and some kind of authoritarian solution to the crisis. The EU has to demonstrate that it is a collection of democratic states.”

Nicht sehr optimistisch ist man auch in der BBC-Sendung „Max Keiser’s Oracle“: „If eastern Europe falls, the world is next

Darin wird erwähnt, dass Österreich alleine Kredite in der Höhe von 70% des eigenen BIP an Osteuropa ausgeliehen hat…

In dieses ganze Bild passt auch ein Artikel aus dem brittischen ‚Telegraph‘: „Vladimir Putin faces rising anger from within Russian army

A growing number of disgruntled servicemen, including senior officers, are making contact with Russian opposition groups for the first time since he came to power in 2000.

Wahrlich, da braut sich ein grosses Unwetter zusammen… Und wir öffnen unsere Grenzen diesen Ländern – echt super… 😦



Gedanken von Dr. Hummler
28. Februar 2009, 15:27
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Anlässlich des „Come-Together“ Anlasses der Generalstabsschule („KORPSGEIST“) hat der Generalstabsoberst und Teilhaber der Bank Wegelin, Herr Dr. Konrad Hummler einige überlegenswerte Gedankengänge vorgestellt, die ich selbst noch etwas ausführe:

  • Das nächste grosse Problem wird die Staatsverschuldung sein – weltweit. Die vielen Stimulus-Pakete und die sonst schon desolate Finanzlage der öffentlichen Kassen, die Verpflichtungen gegenüber Rentenbezügern und was da alles noch dazu kommt, wird einige Staaten an den Staatsbankrott führen. Die Angriffe auf das Bankkundengeheimnis sind deshalb auch unter diesen Vorzeichen zu sehen, denn es sind v.a. jene Staaten, die den Druck auf die Schweiz erhöhen, die selbst tief in der finanziellen Kacke stecken. Von Investitionen in Staatsanleihen und Währungen solcher Staaten ist deshalb Abstand zu nehmen.
  • Wenn ein Staat zusammenbricht stellt sich unweigerlich die Frage: Wer steht in der Verantwortung und wer wird von der „Öffentlichkeit“ zu einem Sündenbock gemacht? Dass die Politiker dabei auf sich selbst zeigen, ist unwahrscheinlich, auch wenn sie viel dazu beigetragen haben. Schliesslich sind diese Menschen ja für die Rahmenbedingungen verantwortlich, welchen sich die Unternehmen und Bürger anpassen.
    Vermutlich wird sich die Wut einmal mehr an den üblichen Verdächtigen festmachen: an den Reichen, den Bankern, den Öl- und Strombaronen (früher waren das meist Juden…). Dann ist Sachlichkeit und Verstand gefragt!
  • Dr. Hummler ortet in der Schweiz ein „Führungsproblem“ – es fehlen die guten, krisenerprobten Führungskräfte, die auch nicht von der gefährlichsten Möglichkeit zurückschrecken. Nicht nur der Bundesrat besteht in seinem Kollektiv aus mittelmässigen bis schwachen Persönlichkeiten, auch die Unternehmen werden vielfacht von Schönwetterkapitänen geführt (?).
    Vorbei die Zeiten, als es hiess: „Bankdirektor, Nationalrat und Oberst i Gst / Regimentskommandant“. Vor wenigen Monaten beurteilte man diesen Umstand als wünschenswert, doch heute fehlt genau diese Erfahrung in der obersten Chefetage. In der Generation der 40-60-Jährigen fehlt eine ganze Crew an militärisch erprobten Führungspersönlichkeiten.
  • Nicht nur dass uns diese Führer aktuell fehlen, auch der Nachwuchs ist schwach. Jahr für Jahr fehlen junge Offiziere – und das, trotz massiv verkleinerter Armee. Eine 640’000 Mann Armee könnte man heute nicht mehr führen, die Kader fehlen. Aber was für Personen übernehmen in den nächsten, schwierigen Jahren die Unternehmen? Es sind wiederum meist unerfahrene Manager, die ihre Sporen in guten Zeiten abverdient haben und kaum Krisenerfahrung mitbringen.
  • Das Netzwerk der jungen Führungskräfte ist heute schwach. Vielleicht kennt man sich von Parties, man kennt also die Schokoladeseite. Aber eine gemeinsame Erfahrung während einer herausfordernden Zeit – wie sie das Militär mit seinen unzähligen Übungen bietet – ist nicht vorhanden. Wie sollen diese Leute wissen, auf wen sie sich verlassen können? Wer einen klaren Kopf bewahrt?
  • Die zeitliche Belastung von Manager steigt ständig an. Die Frage ist allerdings, ob diese Belastung eine Ableitung von fehlender Verteilung der Arbeit (Stabsorganisation), fehlender Möglichkeit zur Delegation (Auftragstaktik/Befehlstaktik) oder fehlender Organisation der Person (Zeitplan, Pendenzenliste) ist. Ein deutliches Zeichen, dass mit der Belastung etwas nicht stimmt, zeigen die Löhne, die oft 2-3 Personen ernähren könnten.
  • Qualitäten der militärischen Ausbildung:
    – Erfahrung durch Repetition (Drill) und Improvisation (Anwendungsstufe) bzw. Bildung von Automatismen (Drill) und Kombinatorik (Anwendungsstufe)
    – Abwechslung zwischen Führungserfahrung und Unterstelltenverhältnis
    – Präzision, Treue, Pünktlichkeit, klare Sprache
    – Überwinden von toten Punkten („aber trotzdem..“)
    – Militär kennt weniger das Problem von: „Je besser sie ausgebildet sind, desto schneller sind sie weg.“

Dr. Hummler kommt zu Schluss, dass der Schweiz aktuell nicht nur eine Strategie fehlt, sondern v.a. ein Ziel. Dieses könnte etwa lauten: „Wir werden nicht zum Problem der anderen“.